Drei Jahre nach Baubeginn nahm der Energie-Landesversorger Tiwag am Dienstag das neue Kraftwerk Tauernbach-Gruben offiziell in Betrieb. Mit einer jährlichen Erzeugung von 85 Mio. Kilowattstunden leiste das nunmehr zweitstärkste Kraftwerk in Osttirol einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit vor Ort und die geplante Energieautonomie Tirols, betonte Tiwag-Vorstandsdirektor Alexander Speckle. Zuletzt hatte die Tiwag 1988 mit dem Kraftwerk Amlach (Jahreserzeugung 219 Mio. kWh) das letzte größere Projekt in Osttirol realisiert.
Strom für 20.000 Haushalte
Rechnerisch könne das Kraftwerk den jährlichen Strombedarf von etwa 20.000 Haushalten abdecken bzw. 60.000 Tonnen CO2 einsparen. Insgesamt 180 Mio. Euro wurden investiert. „Der Kosten- und der Zeitplan wurden eingehalten. Das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung nicht selbstverständlich“, so Speckle. Man habe außerdem einen großen Schwerpunkt auf die Naturverträglichkeit gelegt und zahlreiche Renaturierungs-sowie Ausgleichsmaßnahmen vor Ort umgesetzt.
Die Bedeutung des Projekts strich auch LH Anton Mattle (ÖVP) hervor. „Die Unabhängigkeit war und ist die große Stärke Tirols. Dies möchten wir auch mit einer eigenständigen Energieversorgung erreichen und damit den Lebensraum und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken und absichern.“ Die Tiwag leiste laut Mattle mit einem Rekordinvestitionsprogramm von 2,5 Mrd. Euro bis 2030 einen zentralen Beitrag für weniger Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas. „Unterm Strich profitieren wir in Tirol von den günstigen Energiepreisen.“
Kommendes Jahr will die Tiwag die erweiterte Anlage im Kühtai in Betrieb nehmen, im Jahr 2030 dann das ebenfalls in Bau befindliche Kraftwerk Imst-Haiming.
Tiroler Tageszeitung



