Seit der Iran aufgrund des Krieges gegen die USA und Israel die strategisch wichtige Meerenge „Straße von Hormus“ gesperrt hat, steigen die Großhandelspreise von Öl, Erdgas und Strom. Die Regulierungsbehörde E-Control erwartet aber keine Energiekrise wie nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022. „Wir sind weit von den damaligen Preisspitzen entfernt“, sagte der scheidende E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Dienstag.
Chefökonom Johannes Mayer fügte hinzu: „Das Gesamtpotenzial von Hormus entspricht ungefähr dem Ausfall der russischen Pipeline-Lieferungen global.“ Jedoch fallen die Lieferungen nicht wie damals dauerhaft aus.
Marktteilnehmer rechnen deshalb damit, dass die Preise mit einer Öffnung der Handelsroute wieder zurückgehen werden – und warten mit dem Füllen ihrer Gasspeicher ab. Das könnte bei einer Kriegsdauer bis in den Sommer hinein zum Problem werden, da dann viele Länder in kurzer Zeit Vorräte anlegen müssen. Solange die Sperre aber weniger als drei Monate dauert, geht die E-Control nicht von langfristigen Preisanstiegen aus.
Teurer Kohlestrom
Bei der Stromproduktion schaffen in Europa momentan Kohlekraftwerke Abhilfe. Strom aus Kohle ist teurer als jener aus Gas, laut Mayer zahlt es sich ab einem Gaspreis von 50 bis 55 Euro pro Megawattstunde jedoch aus, circa 15 Prozent der Stromproduktion in Europa mit Kohle zu substituieren. „Das Gas, das nicht für die Stromproduktion benötigt wird, kann in die Speicher kommen“, sagte Vorstand Alfons Haber. Haber, der seit 2021 im Vorstand ist, wird die E-Control ab 25. März zusammen mit dem bisherigen Chef der Wien Energie, Michael Strebl, führen.
(maf)
Oberösterreichische Nachrichten




