Erdöl. Saudi Aramco exportierte im ersten Quartal mehr Öl und verdiente damit besser als im Vorjahresvergleich.
Dem Weltmarkt fehlt nach Einschätzung des saudiarabischen Ölkonzerns Saudi Aramco wegen des Iran-Kriegs rund eine Milliarde Fass (159 Liter) Erdöl aus den vergangenen zwei Monaten. „Selbst wenn der Handelsverkehr durch die Straße von Hormus sofort oder heute wieder aufgenommen wird, wird es einige Monate dauern, bis sich der Ölmarkt neu ausbalanciert hat“, sagte Aramcos Vorstandsvorsitzender Amin Nasser. „Aber wenn Handel und Schifffahrt von heute an mehr als einige Wochen lang eingeschränkt bleiben, erwarten wir, dass die Versorgungsunterbrechung anhält und sich der Markt erst 2027 normalisiert.“
Der Konflikt im Nahen Osten, der nun in seinen dritten Monat geht, hat Saudi Aramco viel Kopfzerbrechen, aber auch hohe Gewinne beschert. Die gestiegenen Preise für Rohöl und Raffinerieprodukte verhalfen dem Konzern zu einem Anstieg des bereinigten Nettogewinns im ersten Quartal um 26 Prozent – mit 126 Milliarden Riyal (28,5 Milliarden Euro) übertraf das Ergebnis auch die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen hielt an seiner Dividendenausschüttung fest, die für die saudische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist. Aramco teilte mit, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höhere Mengen an Rohöl, raffinierten Kraftstoffen und Chemieprodukten verkauft zu haben.
Ausweichrouten gefunden
Saudi-Arabien hatte vor Kriegsbeginn Ende Februar seine Exporte hochgefahren und innerhalb weniger Tage nach Ausbruch des Konflikts einen Teil der Lieferungen auf einen alternativen Hafen am Roten Meer umgeleitet. Zudem gehört Saudi Aramco zu jenen Unternehmen, die trotz der faktischen Schließung der Meerenge Öl durch die Straße von Hormus bewegt haben. „Während Aramco einen Teil der Auswirkungen abfedern konnte, bleiben die Versorgungskapazitäten des globalen Energiesystems angespannt“, sagte Nasser. „Die Energiewirtschaft muss mehr in Resilienz planen und investieren.“
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