Fischer fordern neue Regeln für Kleinwasserkraft

11. August 2026, Innsbruck

Mehr Schaden als Nutzen: Tirols Fischereiverband kritisiert Kleinwasserkraft, Energielandesrat Geisler (VP) kontert.


Landesweit zählt Tirol rund 1000 Wasserkraftwerke – 728 davon sind Kleinstanlagen an Bächen: „Der Eingriff ist maximal, der Nutzen minimal“, kritisiert Andreas Schiechtl, Obmann vom Tiroler Fischereiverband. Kraftwerke an kleinen Bächen würden Strom vor allem dann liefern, wenn ohnehin genug vorhanden ist: „Bei hoher Wasserführung produzieren die großen Anlagen, im Sommer drückt zusätzlich die Photovoltaik die Preise. Wegen des Klimawandels werden Kleinwasserkraftwerke weiter an Bedeutung für die heimische Stromversorgung verlieren“, sagt Schiechtl.


„Klimafitte“ Mengen fehlen


Wird Wasser wegen Hitze knapper, wiege jede Ausleitung schwerer. Denn: Restwasserstrecken erwärmen sich schneller. Fischbestände würden damit schneller einbrechen und die Vielfalt an Lebensräumen schwinden. Der Fischereiverband fordert Tabuzonen für letzte intakte Gewässer, klimafit bemessene Restwassermengen und vernünftige Speicherlösungen.


Aus Sicht des Landes nimmt man auf kleine Bäche Rücksicht: Es gebe strenge Behördenverfahren, Bewilligungen schreiben immer eine verpflichtend einzuhaltende Restwassermenge vor. „Wir schauen auf unsere Flüsse und Bäche. Schutz- und Nutzungsinteressen werden sorgfältig abgewogen“, sagt Energielandesrat und zweiter LHStv. Josef Geisler. Tirol wolle raus aus Öl und Gas, ein Rückgrat für erneuerbare Energie sei dabei Wasserkraft. Rund ein Viertel der Stromproduktion stammt aus Kleinwasserkraft und sei „damit ein wesentlicher Faktor in der sauberen und erneuerbaren Energieversorgung Tirols“, so Geisler. Die Förderung von Kleinwasserkraftanlagen ist im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (Bund) geregelt.

Tiroler Tageszeitung