Speicher bringen Sicherheit

24. Juni 2026, Innsbruck

Mit 99,9 % Versorgungssicherheit liegt Tirol im internationalen Spitzenfeld. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke der TIWAG.


Pumpspeicherkraftwerke funktionieren im Wesentlichen wie eine große grüne Batterie in den Bergen. Sie können – im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien – riesige Energiemengen über besonders lange Zeiträume speichern. Hier ist Tirol mit den bestehenden und geplanten Kraftwerksanlagen der TIWAG besonders gut aufgestellt. Allein der Speicherinhalt des geplanten Speichers im Platzertal würde dafür sorgen, im Falle einer Dunkelflaute alle Tiroler Haushalte zwei Wochen lang mit Strom zu versorgen.
Dunkelflauten sind Wetterlagen, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht, sodass Photovoltaik-und Windkraftanlagen keinen bis wenig Strom erzeugen. Österreich war zuletzt von Oktober 2025 bis Februar 2026 wieder mit einer ausgeprägten Dunkelflaute konfrontiert. Hier kommen dann die Pumpspeicher durch ihren besonders flexiblen Einsatz ins Spiel. „Um die Stromversorgung in solchen Fällen jederzeit sicherzustellen, brauchen wir künftig noch mehr Speicher und insbesondere mehr Pumpspeicherkraftwerke“, steht für TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle fest.


Entsprechend forciert auch die EU den Ausbau: Aktuell sind 20 Pumpspeichervorhaben mit einer Leistung von rund 11.500 Megawatt in Planung und werden seitens der Europäischen Kommission priorisiert – darunter auch die Erweiterung des Kraftwerks Kaunertal.


Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sind auch für die Blackout-Vorsorge besonders wichtig, da sie schwarzstartfähig sind. Das bedeutet, dass sie ohne externe Stromversorgung anlaufen können. Bei einem großflächigen Ausfall erzeugen sie eigenständig Strom, indem das Wasser aus dem Speicher im Turbinenbetrieb abgearbeitet wird. Dieser Strom ermöglicht es, erste Netzbereiche zu aktivieren und weitere Kraftwerke schrittweise hochzufahren. Damit bilden die Speicher und Pumpspeicher eine zentrale Grundlage für den stabilen Wiederaufbau des Stromnetzes.

Tiroler Tageszeitung