Die Illwerke vkw stellen ältere Einspeisetarife für Photovoltaikanlagen um. Künftig orientiert sich die Vergütung für eingespeisten Sonnenstrom stärker an den Preisen am Markt.
Der starke Ausbau der Photovoltaik sorgt zunehmend für Veränderungen am Strommarkt. Immer mehr Anlagen speisen gleichzeitig Strom ins Netz ein, wodurch vor allem an sonnigen Tagen und in den Mittagsstunden Überschüsse entstehen. Die Folge sind sinkende Preise an den Strombörsen. Die Illwerke vkw reagieren darauf und stellen ihre Einspeisetarife schrittweise auf variable, marktorientierte Modelle um.
PV-Leistung verfünffacht. In Vorarlberg speisen mittlerweile rund 20.000 Photovoltaikanlagen Strom ins Netz ein. Österreichweit hat sich die installierte PV-Leistung seit 2020 etwa verfünffacht. Während die Zahl der Anlagen steigt, nimmt gleichzeitig die Menge an Strom zu, die zu denselben Tageszeiten produziert wird. Das drückt die Marktpreise genau dann, wenn die meisten PV-Anlagen einspeisen. Laut Illwerke vkw treten am Großhandelsmarkt inzwischen stundenweise sogar sehr niedrige oder negative Strompreise auf.
Betroffen von der Umstellung sind Kundinnen und Kunden, die ihren Einspeisetarif 2025 oder früher abgeschlossen haben. Sie müssen aktiv auf ein neues Modell wechseln, um auch künftig eine Vergütung für eingespeisten Strom zu erhalten. Der Wechsel erfolgt nicht automatisch. Die betroffenen Haushalte werden im Juni schriftlich über das Umstiegsangebot informiert.
Als Übergangslösung bieten die Illwerke vkw einen Tarif mit garantierter Vergütung für das Jahr 2027 an. Bis Ende 2026 bleiben Kundinnen und Kunden im bestehenden Tarif. Von Jänner bis Dezember 2027 gilt anschließend ein Fixpreis von sieben Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Ab 2028 richtet sich die Vergütung dann monatlich nach der Entwicklung der Großhandelspreise. „Die Werte für eingespeisten Sonnenstrom und für bezogenen Strom zu anderen Zeiten entwickeln sich immer stärker auseinander. Wenn mittags sehr viele PV-Anlagen gleichzeitig einspeisen, ist der Marktpreis deutlich niedriger als zu Zeiten mit hoher Nachfrage und geringer Erzeugung. Deshalb entwickeln wir unsere Einspeisetarife konsequent weiter und setzen künftig stärker auf variable Modelle“, erklärt Illwerke-vkw-Vorstand Quido Salzmann.
Für Betreiber von Photovoltaikanlagen gewinnt damit der Eigenverbrauch weiter an Bedeutung. Jede Kilowattstunde, die direkt im Haushalt genutzt wird, muss nicht aus dem Netz bezogen werden. Auch Batteriespeicher können helfen, mehr des selbst produzierten Stroms selbst zu nutzen. Die Illwerke vkw will deren Anschaffung ab 2026 mit bis zu 500 Euro fördern.
Empfehlung. „Wir empfehlen unseren PV-Kunden, den Stromverbrauch gezielt in sonnenreiche Zeiten zu verlagern und damit den Eigenverbrauch zu erhöhen. Wer mehr vom selbst produzierten Strom direkt nutzt oder speichert, reduziert den Strombezug aus dem Netz und kann die eigene Anlage damit wirtschaftlich sinnvoller einsetzen“, sagt Andreas Vonblon, Photovoltaik-Experte der Illwerke vkw.
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