2025 wurden 87,34 Prozent des Stroms als Ökostrom gekennzeichnet.
Energie. Die Herkunft ihres Stroms ist Österreichern sehr wichtig. Viele Lieferanten werben damit, 100 Prozent Ökostrom anzubieten. Dafür müssen Herkunftsnachweise (HKN) erbracht werden. Sie können aber getrennt zur tatsächlichen Erzeugung gehandelt werden. Laut E-Control hat sich dabei 2025 eine Schere aufgetan.
Quer durch Europa
Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endverbrauch lag laut Energiestatistik bei 77,9 Prozent. Bei der Stromkennzeichnung hatten Erneuerbare aber 87,34 Prozent. „Der Handel mit HKN findet quer durch Europa statt“, sagt Harald Proidl von der E-Control. Jene Herkunftsnachweise, die heimischen Stromkunden vorgelegt wurden, stammten 2025 zu 65,07 Prozent aus Österreich. 14,60 Prozent stammten aus Norwegen, der Rest aus vielen weiteren Ländern. Wichtig beim Handel mit HKN ist nur, dass sie nicht doppelt eingesetzt werden. Wer sie durch Ökostromproduktion erhält und dann verkauft, darf sie selbst nicht mehr verwenden.
Norwegens Stromerzeuger haben sich dabei in eine spezielle Position gebracht. Im wasserreichen Land werden viele HKN erzeugt und dann oft ins Ausland verkauft. Norwegischen Stromkunden wird dafür auf der Rechnung ausgewiesen, dass ihr Strom zu 72 Prozent aus fossilen Quellen stammt, obwohl in Norwegen rein physisch zu 98 Prozent Ökostrom produziert wird.
Betreibt der Rest Europas also Greenwashing mit norwegischer Unterstützung? Nein, sagt Proidl. Die gesamteuropäische Rechnung muss stimmen, das sei wichtig. Für mehr Transparenz gibt es in Österreich eine eigene Aufschlüsselung. 46,99 Prozent des Stroms wurden 2025 gemeinsam mit HKN gehandelt, 53,01 Prozent getrennt voneinander.
D. Kotrba
Kurier




