Energiepreise belasten Börsen

10. September 2026

Die Pharma-Aktie Novartis erleidet Rekordabsturz.


An den Aktienmärkten in Europa sind Anleger angesichts der gestiegenen Preise für Öl und Gas in Deckung gegangen. Der deutsche Leitindex Dax sowie der Euro-Stoxx-50 rutschten etwas ab. Auch an der Wiener Börse ging es leicht bergab. Der Brent-Ölpreis kletterte wieder in Richtung der 100-Dollar-Marke und befeuerte die Furcht vor einer hartnäckigen Inflation.


„Die Anleger treten auf die Bremse und warten vor den wichtigen Entscheidungen und Konjunkturdaten am Ende der Woche zunächst ab“, kommentierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. „Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte.“ An den Finanzmärkten gilt es bereits als ausgemachte Sache, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag den zum Steuern des geldpolitischen Kurses wichtigen Einlagensatz um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochsetzen wird.


Am Rohölmarkt zog angesichts der Spannungen im Nahen Osten der Preis für die Nordseesorte Brent auf über 99 Dollar je Fass, der Preis für Leichtöl WTI auf rund 95 Dollar. Die niedrigen Füllstände der Gasspeicher katapultierten zudem die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit 2023.
Außerdem steuerte Novartis auf den bisher größten Tagesverlust seiner Geschichte zu, nachdem der Schweizer Pharmakonzern innerhalb weniger Tage den zweiten herben Rückschlag bei der Medikamentenentwicklung verkraften musste. Die Aktien stürzten in der Spitze mehr als zehn Prozent ab, nachdem Novartis einen Fehlschlag in einer entscheidenden Phase-III-Studie mit dem Hoffnungsträger Del-Desiran zur Behandlung einer seltenen Muskelerkrankung gemeldet hatte. Zuvor scheiterte Novartis mit einem Cholesterinmedikament.

Die Presse