Gasspeicher nicht so gut gefüllt wie im Vorjahr
Keine Entspannung bringt die neue Woche am Markt für Gas. Der Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam notierte am Montag bei rund 73 Euro je Megawattstunde (MWh). Das ist um gut fünf Prozent mehr als in der Vorwoche und um 121 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt Erdgas teurer als zu Beginn des Irankriegs, als die Notierung im März zeitweise über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukrainekriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.
Unklare Lage
Als Auslöser für den Preisanstieg gelten die vor einigen Tagen wieder aufgeflammten US-Angriffe im Iran. Die Lage wird immer unklarer. Von den USA ist keine klare Strategie wahrzunehmen, wie der Krieg mit dem Iran befriedet werden soll. Zuletzt wollte US-Präsident Donald Trump die für die Straße von Hormus in „Trump-Straße“ umbenennen. Das vom Iran angekündigte Sperrgebiet vor der Straße von Hormus macht es für Schiffe noch schwieriger, Öl und Gas in die Versorgungskette zu bringen.
Hinzu kommt, dass einige Länder nun bei der Bevorratung Tempo zulegen werden wollen. So sind die Gasspeicher in Deutschland aktuell so leer wie schon lange nicht mehr. Die Speicher in der EU sind ebenfalls erst zu etwas mehr als 60 Prozent gefüllt, im Vorjahr waren es mehr als 70 Prozent, zeigen Daten des Verbands Gas Infrastructure Europe. In Österreich beträgt der Füllstand aktuell 67,30 Prozent, das entspricht 67,48 Terawattstunde (eine TWh entspricht einer Milliarde KWh). Im Vorjahr betrug der Speicherfüllstand um diese Zeit bereits 82,1 Prozent. Obwohl sowohl in der EU als auch in Österreich derzeit weniger Gas bevorratet ist als im Jahresvergleich, betonen Experten, dass im kommenden Winter jedenfalls keine Versorgungssicherheit droht.
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