50 Millionen Euro für neue Gasleitung

9. September 2026

26,5 Kilometer lange Leitung zwischen Bruck und St. Michael setzt einen wichtigen Schritt in der obersteirischen Gasversorgung.

Die neue 26,5 Kilometer lange Gasleitung der Energienetze Steiermark zwischen Bruck an der Mur und St. Michael beziehungsweise Traboch ist bereits heute für den Transport von bis zu 100 Prozent Wasserstoff ausgelegt, kann künftig aber auch erneuerbare Gase wie Biomethan oder synthetisches Methan transportieren. Mit diesem Großprojekt setzt das Tochterunternehmen der Energie Steiermark einen wichtigen Schritt für eine sichere und zukunftsorientierte Gasversorgung im obersteirischen Wirtschaftsraum.


„Wir investieren hier gezielt in die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Die neue Leitung wird bereits heute wasserstofftauglich errichtet und schafft damit die Grundlage für künftige Anwendungen. Sie ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung einer modernen, leistungsfähigen Energieinfrastruktur und die langfristige Stärkung des Wirtschaftsraums Steiermark“, betonen Martin Graf und Werner Ressi, das Vorstandsteam der Energie Steiermark. Mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro zähle das Projekt zu den bedeutendsten Infrastrukturvorhaben im steirischen Gasnetz.
Der Bau der neuen Leitung erfolge unter äußerst anspruchsvollen topografischen Bedingungen, so Daniel Zink, einer der Projektverantwortlichen: „Entlang der Trasse sind insgesamt rund 4300 Höhenmeter zu bewältigen, etwa ein Drittel der Strecke verläuft durch steile Hanglagen mit Neigungen von bis zu 40 Prozent, in einzelnen Abschnitten sogar bis zu 55 Prozent.“


Höchste technische Präzision erfordern die zahlreichen Gewässer, Bahnlinien und Verkehrswege, die gequert werden. Ein besonderes Schlüsselstück des Projekts ist dabei die Unterquerung der Mur. Mithilfe eines speziellen Verfahrens wird die Leitung auf einer Länge von rund 380 Metern etwa 20 Meter unterhalb der Flusssohle verlegt und könne so ohne Eingriffe in die Oberfläche sicher passieren.


Für die Errichtung der Pipeline sind insgesamt rund 2400 Schweißnähte erforderlich, die unter höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards ausgeführt und geprüft werden. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende 2026 vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll unmittelbar danach erfolgen. Seit dem Baustart im Jahr 2025 konnte man bereits rund 80 Prozent Rohrleitung verlegen und verschweißen. Die einzelnen Rohre, die mindestens 1,2 Meter unter der Erde liegen, sind zwölf bis 16 Meter lang und um die 2,5 Tonnen schwer. Auch ein großer Teil der Oberflächenwiederherstellung ist bereits abgeschlossen. Dabei werden die in Anspruch genommenen Flächen rekultiviert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt.


„Für eine sichere Energieversorgung der Zukunft braucht es nicht nur erneuerbare Erzeugung, sondern auch die passende Infrastruktur. Erneuerbare Gase werden eine zentrale Rolle spielen und mit dem Projekt schaffen wir schon heute die Voraussetzungen, um diese Energieträger künftig zuverlässig und effizient zu transportieren und die Versorgung langfristig abzusichern“, betonen Graf und Ressi.

Von Vanessa Gruber

Kleine Zeitung