Grünes Licht für Gaspipeline im Mühlviertel

20. August 2026, Bad Leonfelden/Oberkappel

„WAG Loop“: 40 Kilometer lange Leitung zwischen Bad Leonfelden und Oberkappel darf gebaut werden

Die Gaspipeline „WAG Loop“ im Mühlviertel ist genehmigt. Das gab Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Mittwoch bekannt. Die Erdgasfernleitung darf somit gebaut werden. Sie soll Gas aus dem Westen effizienter nach Österreich leiten und in Zukunft auch Wasserstoff transportieren.
„Gerade bei großen Infrastrukturvorhaben wie diesem ist entscheidend, dass alle Auswirkungen umfassend und transparent geprüft und alle Beteiligten einbezogen werden. Mein Dank gilt allen voran den Beamtinnen und Beamten in der UVP-Behörde sowie den Sachverständigen, die dieses Vorhaben schnell und genau geprüft haben“, sagt Kaineder. Der Umweltschutz bleibe gewährleistet, betont Kaineder, die Genehmigung sei an strenge Bedingungen geknüpft. Wo Bäume für die Leitung weichen müssten, würden neue, klimafitte Wälder nachwachsen. Der Schutz des Grundwassers werde „durch fachliche Auflagen im gesamten Verfahren“ abgesichert.


Die 40 Kilometer lange Leitung entsteht zwischen der Schieberstation Bad Leonfelden und der Messstation Oberkappel. Sie verläuft großteils parallel zum bestehenden Leitungsnetz. Projektbetreiberin ist die Gas Connect Austria. Oberösterreichs Wirtschaftskammerpräsidentin Doris Hummer: „Für einen starken Industriestandort ist eine sichere, leistbare und diversifizierte Energieversorgung unverzichtbar.“ Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (VP) sieht einen „wichtigen Schritt für mehr Versorgungssicherheit“. Der Bund unterstützt das Projekt mit bis zu 70 Millionen Euro.
Wie bei der 110-kV-Stromleitung zwischen Rohrbach und Waldburg, für die der UVP-Bescheid heuer im März erging, wird auch bei der Gasleitung erwartet, dass Grundeigentümer diesen Bescheid ebenfalls bekämpfen. Das kündigte der Obmann der IG Landschaftsschutz Mühlviertel, Rudolf Niederwimmer, bereits an. Kritiker fordern, dass die Gas- und Stromleitung (als Erdkabel) im Sinne einer moderneren und für die Region verträglicheren Lösung gebündelt verlegt werden. Von den Projektbetreibern wird das zurückgewiesen – mit Verweis auf höhere Risiken, Kosten und deutliche Zeitverzögerung.


Gaspreis: Höchststand seit März


Der Preis für europäisches Erdgas stieg am Mittwoch auf das höchste Niveau seit Beginn des Iran-Kriegs. An der Börse in Amsterdam wurde der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zu 64,60 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Vor dem Krieg waren es 30 Euro.

Oberösterreichische Nachrichten