„380-kV-Leitung zentral für Osttirol“

13. August 2026

Wirtschaftskammer und die größten Firmen setzen sich für das APG-Projekt ein.


Fünf Leitbetriebe aus dem Bezirk Lienz betonen die Notwendigkeit des 380-kV-Lückenschlusses im Süden Österreichs und damit die zentrale Bedeutung des Projekts Netzraum Kärnten. Für Osttirol und Kärnten sei die Leitung essenziell, damit energieintensive Unternehmen ihre Prozesse dekarbonisieren – sprich auf erneuerbare Energieformen umsteigen – können. In Osttirol leisten rund 1560 Gewerbe- und Industriebetriebe ihren Beitrag zur gesamten Bruttowertschöpfung des Bezirks (1,9 Milliarden Euro jährlich). Rund 8200 Arbeitsplätze hängen daran – und damit 40 Prozent aller unselbständig Beschäftigten.


Mit rund 1300 Mitarbeitern ist Liebherr Hausgeräte ein bedeutender Wirtschaftsmotor der Region. Geschäftsführer Holger König: „Industrieunternehmen benötigen eine verlässliche und leistungsfähige Energieinfrastruktur. Nur so können wir die Herausforderungen der Dekarbonisierung bewältigen, Investitionen nachhaltig absichern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.“ Die iDM Energiesysteme GmbH ist als Wärmepumpenhersteller selbst Teil der Energiewende. Geschäftsführer Christoph Bacher: „Globale Krisen und auch der Klimawandel zeigen uns, dass wir uns unabhängig von fossilen Energieträgern machen müssen. Unabhängigkeit bedeutet zugleich aber auch eine zunehmende Elektrifizierung.“ Hannes Theurl, Geschäftsführer von Theurl Austrian Premium Timber, erläutert, dass am Standort auch eine Biomasse-KWK-Anlage betrieben wird, um den wesentlichen Teil des Energiebedarfs selbstständig zu decken. Die eigenen Maßnahmen der Strom- und Wärmeproduktion funktionieren jedoch nur im Zusammenspiel mit einem leistungsfähigen Netz, da nicht alles abgedeckt werden kann. Ebenso halten die „A. Loacker Konfekt Ges.m.b.H.“ in Heinfels und die Raiffeisengenossenschaft Osttirol das Infrastrukturprojekt Netzraum Kärnten für unablässig, um die Energiewende umzusetzen. Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer Lienz, betont, dass an dem zügigen Ausbau der Stromleitungsnetze in Österreich – und damit auch in Osttirol – kein Weg vorbeiführt. Denn aktuelle Studien gehen davon aus, dass sich der Strombedarf in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird.

Kleine Zeitung