Wasserwirtschaft ist in Alarmbereitschaft

7. August 2026

In der Steiermark fehlt Niederschlag. Für die Energiegewinnung ist das dramatisch.


Robert Zechner ist alarmiert. „In unseren Aufzeichnungen hat es noch nie ein so trockenes Jahr gegeben“, sagt der Sprecher von Verbund. Bei den steirischen Murkraftwerken erzeuge man im Durchschnitt 50 Prozent weniger Leistung als im langjährigen Mittel. Der Grund: An rund 85 Prozent der Messstellen lagen die Flusspegel bereits Ende Juni unter dem langjährigen Monatsmittel und auch der Grundwasserhaushalt ist niedrig bis sehr niedrig, zeigte erst kürzlich der Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“.


„In Wahrheit hat alles schon im Winter begonnen“, sagt Robert Schatzl, Referatsleiter und ReferentHydrografie des Landes Steiermark. Wenig Schnee im Winter bedeutet wenig Wasser im Sommer. Das ist jetzt vor allem durch den fehlenden Niederschlag der vergangenen Wochen noch deutlicher geworden. Aktuell zeigen die steirischen Flüsse: Im Land ist es zu trocken.


Zechner sagt, man dürfe sich von den Staumengen in der Nähe der Kraftwerke nicht täuschen lassen. Diese seien annähernd gleich hoch wie immer. Das Problem sei der Durchfluss. Die Stromproduktion an den Laufkraftwerken (Mur und Enns) liegt im ersten Halbjahr bei lediglich der Hälfte des langjährigen Durchschnitts. Zechner: „Wir steuern also auf das historisch schlechteste Jahr für die steirische Wasserkraft zu.“


Doch während die Wasserwirtschaft stöhnt, freut sich die Photovoltaik- und Windindustrie. „Wir federn hier wirklich viel ab“, sagt Urs Harnik-Lauris von der Energie Steiermark. Zwar seien die aktuellen Temperaturen selbst für die PV-Anlagen etwas zu hoch, die Energiegewinnung funktioniert trotzdem. Auch bei Verbund würde man gerne auf Windkraft setzen und die Möglichkeit schaffen, überschüssigen Sonnenstrom im großen Stil zwischenzuspeichern.


Tobias Kurakin,
Jonas Rettenegger

Kleine Zeitung