Siemens Energy dank Boom bei Rechenzentren mit Rekorden

5. August 2026, München
Siemens Energy konnte zulegen
 - Grobi?a, APA/AFP

Der deutsche Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im vergangenen Quartal dank der weltweit steigenden Nachfrage nach Strom Rekordwerte eingefahren. Das Windenergiegeschäft Siemens Gamesa schrieb erstmals seit 2022 wieder schwarze Zahlen. Der Konzern profitierte vom Boom bei KI-Rechenzentren und den Ausbau der Hochspannungsnetze. Daher erzielte Siemens Energy im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität Höchstwerte.

Die Aufträge seien insbesondere durch die hohe Nachfrage in den USA um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro gestiegen – höher als von Analysten in einer vom Konzern veröffentlichten Erhebung erwartet.

Gewinn stieg um 70 Prozent

Siemens Energy bestätigte die Prognose für das Geschäftsjahr. Bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten gebe es eine Tendenz zum oberen Ende der Bandbreite von 10 bis 12 Prozent. Im dritten Quartal lag sie bei 14,2 Prozent. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,2 Mrd. Euro – rund 70 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

„Auch im dritten Quartal hält die weltweit starke Nachfrage nach Strom und damit nach unseren Produkten weiterhin an“, sagte Vorstandschef Christian Bruch. Der Konzern setze auf profitables Wachstum. Auch dank eines Ausbaus der Produktionskapazitäten steigerte Siemens Energy im Quartal seine Erlöse um 18,5 Prozent auf 11,4 Mrd. Euro. Haupttreiber war erneut das Geschäft mit Gasturbinen zur Stromerzeugung sowie mit den Stromnetzen. Der Auftragsbestand lag zum Ende des Quartals bei 162 Mrd. Euro.

Starkes Offshore-Geschäft

Auch das über Jahre verlustreiche Windenergiegeschäft Siemens Gamesa trug zur Ergebnissteigerung bei. Das Ergebnis vor Sondereffekten konnte die Sparte auf 75 Mio. Euro verbessern, nach einem Fehlbetrag von 438 Mio. Euro vor Jahresfrist. Gamesa habe unter anderem von einer Zunahme im Offshore-Geschäft profitiert. „Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams“, sagte Bruch. Im Gesamtjahr werde bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten die Gewinnschwelle erwartet.

Die Aktien von Siemens Energy und dem US-Rivalen GE Vernova haben sich in den vergangenen zwei Jahren fast versiebenfacht. Beide Unternehmen profitieren massiv von der hohen Nachfrage nach Gasturbinen und Netzausrüstung für KI-Rechenzentren. GE Vernova hatte im vergangenen Monat ebenfalls steigende Aufträge im Zusammenhang mit Rechenzentren als Haupttreiber für seine Quartalsergebnisse genannt. Im Gegensatz zu Siemens Energy leidet der US-Konzern jedoch weiterhin unter Verlusten in seinem Windgeschäft.

APA/Reuters