
In Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit zeigen internationale Unternehmen einer Umfrage zufolge wachsendes Interesse an Europa. Zu diesem Ergebnis kommt die „Deutsche Bank Global Sentiment Survey on Europe 2026“ – eine Umfrage unter 1. 200 Führungskräften und Entscheidungsträgern in Unternehmen aus 13 nichteuropäischen Märkten. Diese Firmen investieren bereits in Europa oder planen es.
Mehr als ein Drittel der Befragten bezeichnet Europa demnach als die weltweit attraktivste Region für das eigene Geschäft. Damit liegt Europa an der Spitze – vor Asien Pazifik (ohne China), Nordamerika, dem Nahen Osten, China sowie Lateinamerika. Gleichzeitig erklärt eine große Mehrheit von 81 Prozent, dass Europa für die eigenen Investitionsentscheidungen in den vergangenen drei Jahren wichtiger geworden sei. Deutschland führt die Rangliste der Investitionsziele in Europa an.
Deutschland, Großbritannien und Frankreich im Fokus
Unter den befragten Unternehmen nennen 56 Prozent Deutschland als eines ihrer drei wichtigsten europäischen Zielländer. Es folgen Großbritannien mit 47 Prozent und Frankreich mit 35 Prozent. Insgesamt 74 Prozent der Befragten sehen besondere Wachstumschancen in Europa, 71 Prozent nennen Innovation und Digitalisierung als Stärke des Standorts.
Gleichzeitig halten 71 Prozent Europa für einen widerstandsfähigen Wirtschaftsraum. „Entscheider sehen Europa als attraktiven Investitionsstandort, als Wachstumsmarkt und als Innovationsraum“, sagte Alexander von zur Mühlen, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank.
Grenzüberschreitende Hürden
Wie die Umfrage zeige, würden die Vorteile des europäischen Binnenmarkts jedoch noch nicht voll ausgeschöpft. Nach Ansicht von 43 Prozent der Befragten beeinträchtigen Hürden für grenzüberschreitendes Geschäft die Attraktivität Europas stark oder sehr stark, für weitere 42 Prozent zumindest teilweise. Nur 15 Prozent messen ihnen geringe oder keine Auswirkungen bei.
„Die Zahlen belegen es eindeutig: Das nicht-europäische Ausland nimmt Europa noch immer als einen Flickenteppich wahr“, sagte von zur Mühlen und fügte an: „Der Binnenmarkt sollte Europas größter Trumpf sein, aber seine praktische Fragmentierung ist zugleich seine größte Schwäche. Europa denkt zu stark in einzelnen Märkten“.
APA/ag



