Hitze. Ungarn nimmt das Atomkraftwerk Paks wegen der Hitze vom Netz und verhängt Homeoffice-Pflicht. Slowenien bietet Strom von eigenen Atomkraftwerken an.
Wegen des weiteren Sinkens des Donau-Wasserstandes und des damit verbundenen Kühlwassermangels wird das ungarische Atomkraftwerk Paks nach 44 Jahren völlig vom Netz genommen. Ein unerwartetes Angebot hinsichtlich Stromlieferungen kam am Sonntag vom slowakischen Premier Robert Fico, der seine Solidarität mit Ungarn bekundete und Soforthilfe anbot. Laut Fico stünden die slowakischen Kernkraftwerke aktuell nicht in einer Krisensituation.
Genug Wasser aus Österreich
Das Angebot des slowakischen Premiers kam, nachdem der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar die Abschaltung des AKW auf Facebook bekannt gab. Der Ausfall solle durch ungarische Reservekraftwerke und Importe kompensiert werden. „Uns stehen die fünf kritischsten Tage bevor“, erklärte Magyar. Das Stromnetz und die öffentlichen Dienste würden unter enormen Druck geraten.
Magyar betonte in seinem Posting außerdem den Austausch mit Behörden der Wasserwirtschaft in Österreich und der Slowakei. Er erklärte, dass entgegen im Internet kursierender Desinformationen weder Österreich noch die Slowakei wasserwirtschaftliche Beschränkungen eingeführt hätten, die den Zufluss von Donauwasser nach Ungarn verringern würden. Der Wasserstand der Donau werde maßgeblich durch ausbleibende Niederschläge in den Einzugsgebieten bestimmt, erinnerte der Premier. Daher müsse man sich in den kommenden Tagen auf weiter sinkende Pegelstände einstellen.
Die Wasserwirtschaftsbehörden seien angewiesen, hinsichtlich der Sicherung der Trinkwasserversorgung unverzüglich Wasserbeschränkungen der Stufe III anzuordnen – was in der Praxis eine Einschränkung jeglicher nicht unbedingt notwendiger Wassernutzung, wie Auto waschen, Garten wässern, bedeutet.
Inzwischen trat in Ungarn eine Regierungsverordnung in Kraft, nach der große Industrieunternehmen vorübergehend vom Netz getrennt werden können, wenn sie die geforderte Verbrauchsreduzierung nicht durchsetzen. Die Stromversorgung der Haushalte wird nur beeinträchtigt, wenn alle Optionen ausgeschöpft sind.
Einschränkungen gibt es auch hinsichtlich des Schienen-Güterverkehrs ab Montag im Zeitfenster zwischen 17:00 und 22:00 Uhr, um so den abendlichen Energiebedarf des Eisenbahnsystems zu senken.
Keine Festbeleuchtung mehr
Die Regierung in Budapest verordnete für die ersten drei Tage der kommenden Woche in der Staatsverwaltung Homeoffice an. Um Gleiches werden Unternehmen, Arbeitgeber der Privatwirtschaft ersucht. Auch die Festbeleuchtungen an staatlichen Gebäuden wurden abgeschaltet. Zudem werden von allen Kommunalverwaltungen größtmögliche Einsparungsmaßnahmen erwartet.
(red/ag)
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