Die derzeit in Vorbereitung befindliche große Tarifreform bei den Stromnetzkosten soll 75 Prozent der Endkunden niedrigere Netzkosten bringen. Diese Zahl nannte die zuständige Regulierungsbehörde E-Control. Hintergrund ist die Einführung des so genannten Leistungspreises auch in der für Haushalte relevanten Netzebene 7 ab 1. Jänner 2027.
Am meisten sparen demnach künftig kleine Haushalte mit nur 1800 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch und einer Leistungsspitze von 2 kW. Sie sparen künftig 31 Prozent der Netzkosten. Bei größeren Haushalten mit 3500 kWh und 4,4 kW maximaler Leistung beträgt die Ersparnis 10 Prozent und selbst Haushalte mit Wärmepumpen-Heizung mit 8700 kWh und 7 kW sparen durch die Reform 12,4 Prozent.
Um 21 Prozent teurer wird es für jene Elektroauto-Besitzer, die ihr Fahrzeug zu Hause mit voller Leistung, also mit 11 Kilowatt (kW), aus dem öffentlichen Stromnetz laden. Jene, die die Ladeleistung drosseln und stattdessen langsamer und gleichmäßiger laden und flexibel sind, können ebenso wie andere Kundengruppen künftig Netzentgelte sparen.
Gesamteinnahmen gleich
„Gewinner ist, wer einen konstanten Verbrauch hat. Mehrkosten entstehen bei Spitzen relativ zum Verbrauch“, sagte der neue E-Control-Vorstand Michael Strebl. Er betonte, dass das Gesamtaufkommen der Netzkosten unverändert bleibt und es lediglich zu einer Umverteilung zwischen den Kundengruppen kommt.
Bisher wurde bei den meisten Haushalten und bei kleineren Gewerbebetrieben der Leistungsbezug aus dem Stromnetz nicht gemessen, die Netzkosten wurden nur auf Basis der Energiemenge (in kWh) und einer Leistungspauschale eingehoben.
Tiroler Tageszeitung



