OMV schränkte Dieselproduktion zugunsten von Kerosin ein

1. Juli 2026, Wien
Die OMV betreibt Raffinerien nahe des Wiener und Münchner Flughafens
 - Schwechat, APA/THEMENBILD

Die OMV hat in ihren Raffinerien in Schwechat und Burghausen die Produktion von Diesel zugunsten von Kerosin gedrosselt. Die Preise für Flugbenzin waren nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran extrem gestiegen. Bei Diesel war in Österreich zudem in die Raffineriemargen eingegriffen worden, was es für den teilstaatlichen Öl- und Gaskonzern lukrativer machte, den Kerosin-Anteil hochzuschrauben. „Das geht aber nicht beliebig“, sagte OMV-Chef Alfred Stern am Mittwoch.

Die OMV-Raffinerien in Niederösterreich und Bayern sind über Pipelines mit dem Wiener und Münchner Flughafen verbunden. Stern äußert sich zuversichtlich, auch weiterhin alle Airlinekunden versorgen zu können. „Vorhersagen sind aber immer schwierig, weil die Situation extrem volatil ist“, sagte Stern vor Journalistinnen und Journalisten in Wien.

Stern kritisierte abermals den Eingriff der Bundesregierung in die Raffineriemargen bei Benzin und Diesel. Das Raffineriegeschäft sei zyklisch, schöpfe man die Gewinne in guten Jahren ab, verliere man in schlechten Jahren an Substanz. Das sei der Grund, warum in den vergangenen zehn Jahren in Europa 25 Raffinerien geschlossen wurden und heute mehr Treibstoffe denn je importiert werden.

Stern rechnet mit Anstieg der Gaspreise zum Winter hin

Durch die Angriffe im Nahen Osten haben sich im Großhandel auch die Gaspreise ungefähr verdoppelt. Auf den Terminmärkten zeigt sich unter der Annahme, dass die Straße von Hormuz wieder passierbar ist, zwar eine Entspannung, Stern hält dies aber für eine „optimistische Annahme“, wie er sagte. „Wir sehen ein gewisses Risiko, dass trotz dieser Forward-Kurven, die Gaspreise zum Winter hin nochmals ansteigen.“

Für Stern war es einer der letzten großen Medienauftritte als OMV-Generaldirektor. Mit 1. September übernimmt die von BP kommende Irin Emma Delaney den OMV-Chefposten. Was er danach macht, ließ der Spitzenmanager bisher offen. Darauf angesprochen, sagte Stern am Mittwoch: „Also mein Plan ist – jetzt sag ich’s – mein Plan ist: Ich werd hier bei der OMV das bis zum 31. August ordentlich fertig machen und der Emma Delaney übergeben, damit das dort gut weitergeht – und was danach passiert, das sehen wir dann.“

APA