CO2-Zertifikatehandel könnte -Gaspreise ab 2028 deutlich erhöhen

15. Mai 2026, Bregenz

Rundschreiben der illwerke vkw verdeutlicht den möglichen Umfang des steigenden CO2-Preise.


Die geplante Ausweitung des CO2-Zertifikatehandels in der EU auf Gebäude, Verkehr und kleine Industrieanlagen könnte ab dem 1. Jänner 2028 zu spürbaren Preisanstiegen bei fossilen Energieträgern führen. Betroffen wären neben Diesel und Benzin insbesondere auch Erdöl und Erdgas, das in Vorarlberg nach wie vor häufig zum Heizen verwendet wird. Einen Hinweis auf mögliche Preisentwicklungen liefert ein aktuelles Angebot der illwerke vkw an ehemalige Gas-Kunden der Stadtwerke Bregenz.


Die Stadtwerke ziehen sich im Herbst 2026 aus dem Erdgas-Handel zurück. In einem Produktblatt für neue Kundinnen und Kunden mit einem Erdgasverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden pro Jahr setzt sich der Gas-Gesamtpreis aus einem Grundpreis von 43,20 Euro brutto pro Jahr, einem Verbrauchspreis von 6,24 Cent brutto pro Kilowattstunde und einem CO2-Preis von 1,21 Cent brutto pro Kilowattstunde zusammen. Die Preise gelten bis 30. September 2027.


Im Begleittext weist illwerke vkw darauf hin, dass der CO2-Preis aufgrund des neuen EU-Emissionshandelssystems 2 (EU-ETS 2) ab 1. Jänner 2028 möglicherweise auf bis zu 3,24 Cent brutto pro Kilowattstunde ansteigen könnte. Das entspräche einer Steigerung von knapp 170 Prozent gegenüber dem derzeitigen CO2-Preis. Der CO2-Preis würde sich dann auf gut die Hälfte des reinen Verbrauchspreises belaufen.


Mehrbelastung


Für ein mit Erdgas beheiztes Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 25.000 Kilowattstunden würde die Belastung durch den CO2-Preis derzeit 302,50 Euro brutto betragen. Ab 2028 könnte dieser Anteil laut der Berechnung von illwerke vkw auf bis zu 810 Euro pro Jahr steigen. Die jährliche Mehrbelastung würde bei mehr als 500 Euro liegen – allein für den CO2-Preis. Es handelt sich dabei allerdings um Prognosen, die im höheren Bereich der möglichen Preise liegen. Wo der CO2-Preis 2028 tatsächlich liegen wird, ist derzeit nicht absehbar. Experten gehen von großen Bandbreiten aus. Zudem ist angesichts des Drucks auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU nicht ausgeschlossen, dass die CO2-Bepreisung politisch entschärft wird.

Vorarlberger Nachrichten