Der UVP-Bescheid für das Murkraftwerk Leoben-Ost ist rechtskräftig. Baustart ist im Herbst 2027, jetzt startet man mit der ersten von 63 ökologischen Begleitmaßnahmen.
Nun haben Energie Steiermark und Verbund für den geplanten Bau des Murkraftwerks Leoben-Ost alle nötigen Genehmigungen in der Tasche. „Der UVP-Bescheid ist seit 20. März rechtskräftig. Das bedeutet, dass die Ampel für das Projekt auf Grün steht“, erklärt Urs Harnik-Lauris, Pressechef der Energie Steiermark. So kann der Baustart im Herbst 2027 erfolgen, die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 vorgesehen.
Das Murkraftwerk Leoben-Ost wird eine Leistung von 7,2 Megawatt haben und 35 Gigawattstunden Strom im Jahr liefern. „Das entspricht der Jahresmenge für etwa 10.000 Haushalte, die Energie wird aber praktisch vollständig der Industrie zur Verfügung gestellt“, sagt Harnik-Lauris. Mit dem dort erzeugten Strom wird die Voestalpine Donawitz künftig ihren Greentec-Steel erzeugen.
Die ersten Vorarbeiten für die Entwicklung des Murkraftwerks Leoben-Ost seien bereits vor mittlerweile fünf Jahren erfolgt, die vielen notwendigen und aufwendigen Verfahren hätten die vergangenen zwei Jahre in Anspruch genommen: „Insgesamt muss man aber sagen, dass das Projekt in der Stadt Leoben von allen Beteiligten sehr wohlwollend aufgenommen worden ist.“ So sei es auch möglich gewesen, alles möglichst zügig abzuwickeln.
„Gerade im Umfeld der Iran-Krise ist es ein ganz wichtiges Signal, dass wir uns in Österreich Schritt für Schritt unabhängiger vom Energie-Input aus dem Ausland machen“, so Harnik-Lauris weiter. Im Rahmen des UVP-Verfahrens habe man sich verpflichtet, rund um den Bau insgesamt 63 ökologische Begleitmaßnahmen zu setzen.
Als Erstes ist ein Projekt zur Umsiedlung der Würfelnatter am Start. Dieses soll im Bereich Brandlwiese in Leoben – also dort, wo das Kraftwerk entstehen wird – schon in den kommenden Wochen begonnen werden. „Um die Lebensräume der einzelnen Tierarten zu schützen, müssen bestimmte Tierarten übersiedelt werden“, führt Harnik-Lauris aus.
In den kommenden Wochen werden nun in dem Bereich der künftigen Baustelle dunkle Planen aus Plastik ausgelegt: „Weil es da unterhalb schön warm ist, verstecken sich die Schlangen dort gerne. Vor dem Einsammeln und dem Übersiedeln wird der Bestand an Schlangen und Eidechsen erhoben und katalogisiert“, so Harnik-Lauris.
Für das Umsetzen der zahlreichen ökologischen Begleitmaßnahmen rund um den Bau des Kraftwerks seien viele externe Experten im Einsatz, außerdem arbeite man eng mit dem Umweltamt zusammen. „Es werden auch neue Lebensräume für Tiere geschaffen wie Steinhäufen, Totholzhäufen, ausgewählte Altbäume, die man bestehen lässt, Vogelnistkästen und vieles mehr.“
Großen Wert werde man auch in weiterer Folge auf eine möglichst transparente Kommunikation legen – auch im Zeitraum der laufenden Bauarbeiten: „Wir werden vor Baubeginn in Leoben vor Ort eine eigene Infostelle einrichten. Es wird auch einen Ombudsmann geben, damit die Bevölkerung zu jedem Zeitpunkt ganz genau weiß, was da genau passiert und warum.“
Von Andreas Schöberl-Negishi
Kleine Zeitung



