2,7 Millionen flossen in das Kraftwerk

20. April 2026

Das über 100 Jahre alte Kraftwerk in Hüttenberg wurde saniert und am Freitag offiziell präsentiert.


Der Tag war ausgesprochen sonnig, die Temperaturen sehr angenehm und die Kelag- und Kärnten-Netz-Vorstände sowie Bürgermeister Josef Ofner (FPÖ) strahlten um die Wette. Der Grund dafür ist ein über 100 Jahre altes Gebäude, das komplett saniert und modernisiert wurde. Die Rede ist vom Kraftwerk Hüttenberg. Am Freitag wurde das neue alte Werk offiziell präsentiert.


Gleich zu Beginn gab es etwas Geschichte. „Das Werk wurde fünf Jahre vor der Kelag gegründet. Wir dürfen dieses Erlebnis weiterleben lassen und haben einen Neubau in einem Bestandsgebäude gemacht“, verkündet Kelag-Vorstand Reinhard Draxler stolz. Das Kraft- und Schaltwerk Hüttenberg wurde von der Hüttenberger Bergwerksgesellschaft errichtet und im Jahr 1918 in Betrieb genommen. Die Kelag erwarb die Anlage im Jahre 1980.


Im Fokus der Sanierung stand vor allem die Effizienzsteigerung. „Durch den Einbau des neuen Maschinensatzes im Kellergeschoss und den Neubau des Unterwasserkanals konnten wir die Stromerzeugung dieses Kraftwerkes um 27 Prozent auf nunmehr 2,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr steigern“, meint Draxler. Der neue Maschinensatz verfügt über eine Leistung von 521 Kilowatt. An ihm befestigt ist die brandneue Francisturbine, die von der Feldkirchner Firma EFG produziert wurde. Zusätzlich wurde der 1,2 Kilometer lange Betonkanal mittels Inliner-Verfahren saniert. Hierbei handelt es sich um eine Methode, einen Kanal ohne aufzugraben zu sanieren, indem sozusagen ein neues Rohr in das bestehende eingezogen wird.


„Am schönsten sind Projekte, wenn man regionale Firmen einbinden kann“, sagte Draxler weiter und verwies auf die zahlreichen helfenden Hände, wie K-Bau aus Guttaring, die Rohrnetzprofis Sanierungs-GmbH aus Obervellach sowie die Firma Koini und Knefz aus Zeltweg. „Technische Präzision und Feingefühl waren notwendig. Die Herausforderung bestand nämlich darin, einen Neubau in einem Bestandsgebäude zu errichten“, erklärt Bernhard Krause, Geschäftsführer der Firma K-Bau, welche für die Baumeisterarbeit verantwortlich war. 27 Tonnen Baustahl flossen in das Projekt, 4500 Arbeitsstunden wurden investiert. Das alles für ein Kostenvolumen von 2,7 Millionen Euro.


Ebenso erfreut über den Abschluss der Arbeiten ist Gemeindechef Josef Ofner. „Hüttenberg hatte einst das modernste Eisenwerk Europas, jetzt haben wir erneut die modernste Technik und man kann mit dem Gebäude viel Innovation herzeigen.“


Im selben Gebäude befindet sich das neue Schaltwerk der Kärnten Netz, welches ebenso am Freitag präsentiert wurde. Es sticht besonders durch sein schlankes Design hervor – das alte Schaltwerk braucht fast ein ganzes Stockwerk, das neue lediglich eine Wand. „Wir haben das Schaltwerk erneuert und automatisiert und können es nun fernüberwachen und fernsteuern“, freut sich Kärnten-Netz-Geschäftsführer Michael Marketz. An der Anlage kann nun eine Fernwartung aus Klagenfurt vorgenommen werden, was die Reaktionszeit bei Störungen immens erhöht. „Wir nutzen hier modernste Überwachungstechnik und natürlich ist die Anlage komplett vor Hackern geschützt.“

Von Dorian Wiedergut

Kleine Zeitung