E-Control: Strom- und Gasverbrauch im September gestiegen

4. November 2026, Wien
Stromerzeugung deutlich gesunken
 - Gratkorn, APA/ERWIN SCHERIAU

In Österreich ist der Verbrauch von Strom und Gas im September im Jahresabstand gestiegen. Die Abgabe von Strom an Endkunden erhöhte sich um 1,5 Prozent auf 5,21 Terawattstunden (TWh), die Gasnachfrage legte um 5,7 Prozent auf 3,86 TWh zu. Das geht aus aktuellen Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Ein kräftiger Einbruch bei der Wasserkraft führte gleichzeitig zu einem deutlichen Rückgang der heimischen Stromerzeugung.

Die inländische Stromerzeugung sank im September im Vorjahresvergleich um 10,4 Prozent auf rund 4,92 TWh. Hauptursache war die schwache Erzeugung aus Wasserkraft, die um 32,0 Prozent auf 2,17 TWh einbrach. Im gesamten Sommerhalbjahr (April bis September) lag die Produktion der Laufkraftwerke wegen extrem niedriger Wasserstände um 28,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, die Speicherkraftwerke verzeichneten ein Minus von 11,3 Prozent. Zuwächse gab es im September hingegen bei der Photovoltaik (geschätzt +36,5 Prozent), den Wärmekraftwerken (+12,9 Prozent) und bei der Windkraft (+4,1 Prozent).

Deutlich mehr Stromimporte

Um die Erzeugungseinbußen und den höheren Verbrauch auszugleichen, stiegen die physikalischen Stromimporte im September um 39,6 Prozent auf 2,73 TWh. Die Stromexporte legten leicht um 3,1 Prozent auf 1,55 TWh zu. Für das gesamte Sommerhalbjahr ergibt sich damit ein Importsaldo von rund 2,6 TWh. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnete Österreich beim Strom noch einen Exportüberschuss von 1,4 TWh.

Beim Gas lag der Verbrauch im Sommerhalbjahr trotz des Anstiegs im September mit rund 23,1 TWh etwa auf Vorjahresniveau (-0,4 Prozent). Die inländische Gasproduktion inklusive biogener Gase kletterte im September um 26,6 Prozent auf 0,57 TWh. Die österreichischen Gasspeicher wiesen Ende September einen Füllstand von rund 68,7 TWh auf. Das entspricht zwar einem Rückgang um 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, liegt jedoch weiterhin über dem gesamten Gasverbrauch des vergangenen Winters (57,5 TWh). Die Gasimporte sanken im September um 29,1 Prozent auf 10,2 TWh, die Exporte gingen um 23,1 Prozent auf 5,3 TWh zurück.

APA