Bürgerbeteiligung. Projekte, die die Teilhabe der Bevölkerung am Energiesystem stärken und Privathaushalten die Möglichkeit eröffnen, von der Energieproduktion zu profitieren.
Die Energiewende ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Der Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und die Energieversorgung langfristig sicherzustellen. Doch der Erfolg dieser Entwicklung hängt nicht allein von technischen Innovationen, politischen Rahmenbedingungen oder finanziellen Investitionen ab. Entscheidend ist auch, ob die Bevölkerung diesen Wandel mitträgt und sich aktiv an ihm beteiligt.
„Erneuerbare Energie aus Wind und Sonne ist eine nachhaltige, günstige Art der Stromerzeugung und macht uns vor allem unabhängig von fossilen Importen und deren Preisschwankungen am Weltmarkt, die außerhalb unseres Einflussbereiches entstehen“, erklärt Stefanie Markut, Corporate Development Vorständin bei der W.E.B Windenergie AG, und weiter: „Unsere Überzeugung ist: Die Energiewende gelingt am besten, wenn möglichst viele Menschen daran teilhaben und auch davon profitieren.“ Denn die Energiewende ist letztlich mehr als der Umbau unseres Energiesystems.
Beteiligung der Bürger
„Bürgerbeteiligungsprojekte sind aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein für eine saubere Energiezukunft. Wenn Bürgerinnen und Bürger nicht nur sauberen Strom beziehen, sondern auch finanziell an erneuerbaren Energieprojekten teilhaben können, steigt die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren deutlich und die Wertschöpfung bleibt“, ist Ulrich Streibl, CEO der oekostrom AG, überzeugt. Denn ein wesentlicher Vorteil dieser Projekte liegt auch in der regionalen Wertschöpfung. Wenn Menschen vor Ort in Energieprojekte investieren oder Gemeinden wirtschaftlich davon profitieren, können Einnahmen und Nutzen in der Region bleiben. Das stärkt die lokale Wirtschaft, fördert die Identifikation mit dem Projekt und eröffnet neue Möglichkeiten, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist allerdings, dass Beteiligungsangebote möglichst vielen Menschen offenstehen.
Fairer Strommarkt
Damit der Strommarkt fair funktionieren kann, braucht es einen echten Wettbewerb. Dieser ist dort schwer möglich, wo wenige Akteure eng miteinander verbunden sind. „Bürgerbeteiligung verteilt die Stromerzeugung auf viele Schultern, statt sie in den Händen weniger großer Akteure zu konzentrieren“, so Stefanie Markut. Die Möglichkeiten, in einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft (EEG) oder – per 1.10.2026 wurde diese gesetzliche Grundlage geschaffen – in Peer2Peer-Varianten Strom dort gemeinsam zu verbrauchen, wo er auch produziert wird, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für eine dezentrale Energieversorgung.
„In einer Zeit, in der Österreich mehr erneuerbare Energie, zusätzliche Speicherkapazitäten und einen wettbewerbsfähigen Strommarkt benötigt, setzt die oekostrom AG bewusst auf Beteiligung statt auf Abhängigkeiten“, bekräftigt auch Streibl.
Doch wie wird mit Einwänden oder Kritik von großen Energiekonzernen am Bürgerbeteiligungsprojekten umgegangen? Dazu Markut: „Wir begegnen Kritik – egal von welcher Seite – sachlich und mit Fakten. Unterschiedliche Interessen gehören zu einem lebendigen Markt dazu“. Sie sieht große Energieversorger nicht nur als Mitbewerber, sondern in vielen Bereichen auch als Partner, etwa bei Netzanschlüssen oder Stromabnahmeverträgen. „Gleichzeitig vertreten wir klar unsere Überzeugung, dass eine dezentrale Energiewende mit breiter Bürgerbeteiligung die gerechtere und gesellschaftlich tragfähigere ist. Unsere stärkste Antwort auf Kritik ist dabei unsere Bilanz: drei Jahrzehnte verlässlicher Betrieb und ein stetig wachsendes Kraftwerksportfolio.“
Finanzielle Vorteile
An der oekostrom AG sind aktuell über 3100 Aktionäre beteiligt. Die breite Eigentümerbasis aus Bürgern macht das Unternehmen zu einem unabhängigen Gegenpol zu den wenigen, eng verflochtenen großen Energiekonzernen am österreichischen Markt und liefert damit die Voraussetzung für echten Wettbewerb im Sinne der Versorgungssicherheit. Die oekostrom AG entwickelt, errichtet und betreibt seit vielen Jahren Windkraft-, Photovoltaik- und Wasserkraftprojekte in Österreich und den Nachbarländern. „Mit unserem Energiebaustein-Modell schaffen wir z. B. in St. Veit im Innkreis die Möglichkeit, dass sich Bürger wirtschaftlich an der größten Agri-PV-Anlage Oberösterreichs finanziell beteiligen und so die Energiewende aktiv mitgestalten. Beteiligte Bürger erhalten zudem Zugang zu einem vergünstigten Stromtarif der oekostrom AG und profitieren von geplanten Maßnahmen wie der Errichtung von E-Ladestationen im Gemeindegebiet“, erklärt Streibl, und weiter: „Unsere Erfahrung zeigt, dass Investitionen in erneuerbare Energien langfristig sowohl ökologischen als auch wirtschaftlichen Nutzenschaffen können.”
Die W.E.B liefert nicht nur Energie für immer mehr Menschen, sondern auch Erträge für ihre Investoren. Aus den Anfängen im Waldviertel ist eine internationale Gruppe geworden, deren Portfolio heute eine Leistung von 780,8 MW mit 349 Kraftwerken umfasst. „Wir setzen auf unterschiedliche Technologien, Märkte und Projektgrößen und können so auch bei wechselnden Rahmenbedingungen stabile Ergebnisse erzielen. Wer sich bei uns beteiligt, kann über Aktien an den Unternehmensergebnissen in Form von Dividenden teilhaben oder über Anleihen eine fixe Verzinsung erhalten“, so Markut. Ihr ist es wichtig klarzustellen, dass jede Beteiligung eine unternehmerische Investition ist. „Erträge hängen von Faktoren wie Windaufkommen und Strompreisen ab und können schwanken. Wir sehen eine Beteiligung als langfristiges Engagement, das die Möglichkeit finanzieller Erträge mit einem konkreten Beitrag zur Energiewende verbindet“, sagt Markut.
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