Traisen wird zum einem zukunftsträchtigen Standort in NÖ: Nun fiel der Startschuss für einen Groß-Batteriespeicher.
Strom speichern, wenn er im Überfluss vorhanden ist, und wieder abgeben, wenn er gebraucht wird: Genau das soll künftig in Traisen möglich sein. Mit dem offiziellen Spatenstich am Grund von Franz Maierhofer neben der EVN Traisen beginnt der Bau eines Groß-Batteriespeichers in Traisen. Gemeinsam mit Projektpartnern, Gesellschaftern und Wegbegleitern feierte das Unternehmen Voltida damit einen wichtigen Meilenstein des Projekts.
Mit dem symbolischen Griff zum Spaten begann die nächste Projektphase. Was in den vergangenen drei Jahren mit Standortsuche, Planung, Genehmigungsverfahren und Projektentwicklung vorbereitet wurde, geht nun in die Umsetzung. Insgesamt entstehen acht Batterie-Container mit jeweils rund fünf Megawattstunden Speicherkapazität, die überschüssigen Strom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Netz einspeisen. „Mit dem Spatenstich wird aus einer Projektidee ein konkretes Bauvorhaben. Groß-Batteriespeicher sind zentraler Baustein für ein Energiesystem, das immer stärker auf erneuerbare Erzeugung setzt. Sie schließen die letzte infrastrukturelle Lücke, um die Vision einer Energieunabhängigkeit aus erneuerbaren Quellen Wirklichkeit werden zu lassen. Wir freuen uns, dieses Projekt gemeinsam mit unseren Partnern umzusetzen und damit einen weiteren Schritt in Richtung einer selbstbestimmten und sauberen Energiezukunft zu gehen“, sagt Lukas Puchacher, geschäftsführender Gesellschafter der Voltida Energieprojekte GmbH.
Strom aus erneuerbaren Quellen wird nicht immer dann erzeugt, wenn er gebraucht wird. An sonnigen Tagen steht oft besonders viel Energie aus PV-Anlagen zur Verfügung, die zu diesem Zeitpunkt gar nicht verbraucht werden kann. Der Bedarf steigt häufig erst später, wenn die Sonne nicht mehr scheint oder kein Wind weht. Der Batterie-Speicher schafft hier Ausgleich: Er nimmt Energie auf, wenn viel Strom vorhanden ist, und stellt sie wieder bereit, wenn sie benötigt wird. Die Energie wird dabei nicht neu erzeugt, sondern für den späteren Bedarf zwischengespeichert.
Netzstabilität bei Projekt steht im Fokus
Die Anlage wird eine Speicherkapazität von 40,1 Megawattstunden und eine Leistung von 12,5 Megawatt erreichen. Bei voller Leistung kann der Speicher rund drei Stunden lang Strom in das Netz einspeisen oder aufnehmen. Die ausgewiesene C-Rate von 0,3 beschreibt genau dieses Verhältnis von Leistung zu Kapazität. Darüber hinaus zeichnet sich die Technologie durch ihre schnelle Reaktionsfähigkeit aus: Die Batterie kann innerhalb kürzester Zeit Energie aufnehmen oder abgeben und dadurch auf kleinste Veränderungen im Stromnetz reagieren. „So trägt sie dazu bei, Schwankungen und Engpässe im Netz auszugleichen und die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien besser in das Energiesystem zu integrieren“, erklärt Puchacher.
Konkret geschieht das über die sogenannte Regelreserve. Sie erfüllt im Stromnetz eine automatische Sicherheitsfunktion, gleicht Frequenzschwankungen aus und hält das Netz stabil bei 50 Hertz. Angefordert wird sie vollautomatisch per Signal des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid, sobald ein Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch länger als wenige Sekunden andauert. Entwickelt wird das Projekt von der Voltida Energieprojekte GmbH, die auf die Entwicklung und Realisierung von Batteriespeicherprojekten spezialisiert ist. Das Unternehmen begleitet seine Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Standortsuche und Projektentwicklung über Planung, Genehmigung und Finanzierung bis hin zum Netzanschluss. „Die Anlage in Traisen ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Speicherlösungen künftig dabei helfen können, erneuerbare Energie bedarfsgerechter zu nutzen“, ist man beim Voltida-Team überzeugt.
„Wir arbeiten mit einer Technologie, die sich weltweit seit Jahrzehnten bewährt hat, in Österreich aber noch in den Kinderschuhen steckt und an manchen Orten auch auf Zweifel stößt. Umso mehr möchten wir unseren Dank an die lokalen Wegbegleiter und die Gemeindevertretung richten, die uns stets mit Professionalität und Offenheit begegnet sind. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, in Traisen einen Leuchtturm für eine zukunftsgerichtete Infrastrukturpolitik zu schaffen und die Innovationskraft der Region zu unterstreichen“, ergänzt Puchacher.
Mit dem nun erfolgten Spatenstich beginnt die Bauphase. Im Herbst folgen die Grabungsarbeiten und die Errichtung der Streifenfundamente. Auf diesen werden Anfang 2027 die Leistungselektronik und die Batterie-Container aufgesetzt, befestigt und verkabelt. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für das Frühjahr 2027 geplant. Dann soll die Anlage gespeicherte Energie ins Netz einspeisen.
NÖN Niederösterreichische Nachrichten




