
Die Bundesinnung der Elektrotechnik in der Wirtschaftskammer (WKÖ) hat das Fördersystem für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene erneut kritisiert. Beim jüngsten Fördercall seien sämtliche Fördermittel bereits nach 33 Sekunden vergeben gewesen. „Was wir brauchen, sind planbare und faire Rahmenbedingungen – keine Förderung, die nach einer halben Minute Geschichte ist“, sagte Bundesinnungsmeister Christian Bräuer am Montag laut Aussendung.
Das Fördersystem in der aktuellen Form helfe niemandem, „im Gegenteil: Es schafft Verärgerung, Unsicherheit und verhindert eine planbare Umsetzung wichtiger Projekte“, so Bräuer. Die Bundesinnung fordert einen „grundlegenden Systemwechsel“ hin zu einem „langfristig planbaren Fördersystem“. Auch die Oppositionspartei FPÖ ortet ein „Totalversagen“ bei der PV-Förderung und fordert ebenfalls ein neues System „mit fairen Wettbewerbsmechanismen“. Kritik an dem Fördersystem gibt es bereits seit längerem, auch bei vergangenen Fördercalls waren die Mittel innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft.
Von 28.000 Förderanträgen wurden 3.000 Anträge berücksichtigt
Förderanträge für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene können auf dem Portal der EAG-Abwicklungsstelle eingereicht werden. Dort heißt es zum Abschluss des jüngsten Fördercalls: „Die Förderungen im Bereich Photovoltaik stoßen weiterhin auf ein enormes Interesse. Auch beim zweiten Fördercall für Investitionszuschüsse Photovoltaik wurden fast 28.000 Förderanträge eingereicht. Aufgrund der deutlich geringeren Fördermittel konnten jedoch leider nur knapp 3.000 Förderanträge berücksichtigt werden.“ Projekte, für die keine Förderung ergattert werden konnte, könnten beim nächsten Fördercall im Oktober 2026 erneut eingereicht werden. Zusätzlich gibt es verschiedene Förderprogramme auf Landesebene.
Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) stellte in einer Stellungnahme Besserung in Aussicht. Eine Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und des Ökostromgesetzes (ÖSG) befinde sich in koalitionärer Abstimmung und soll „so rasch wie möglich“ in Begutachtung gehen. „Mit ihr bringen wir die notwendigen Korrekturen auf den Weg und richten die Förderung stärker auf Speicher, Eigenverbrauch und Netzdienlichkeit aus. Dazu kommen mehr Flexibilität beim Einsatz der Fördermittel, klare Regeln bei negativen Strompreisen, eine niedrigere maximale Förderintensität für Photovoltaik und eine Made-in-Europe-Pflicht für Wechselrichter“, so Zehetner.
APA




