OMV-Elektrolyseur im Burgenland wird 600 Mio. Euro kosten

13. Juli 2026, Wien
Wasserstoff aus erneuerbarer Energie ersetzt fossilen Wasserstoff
 - Hettstedt, APA/dpa

Die in Bau befindliche Wasserstoff-Elektrolyseanlage der OMV in Bruck an der Leitha (NÖ) wird rund 600 Mio. Euro kosten und soll bis Ende 2027 den Betrieb aufnehmen. Am Montag wurde bekanntgegeben, dass die Europäische Investitionsbank (EIB) ein 450 Mio. Euro Darlehen zum Bau der Anlage zur Verfügung stellt. Im November 2025 hatten OMV und die staatliche Erneuerbaren-Gesellschaft des Emirats Abu Dhabi, Masdar, für die Elektrolyseanlage ein Joint Venture angekündigt.

Damals wurde verbindlich vereinbart, dass Masdar 49 Prozent und die OMV 51 Prozent an dem Wasserstoff-Gemeinschaftsunternehmen halten werden und ein dreistelliges Millioneninvestment aus Abu Dhabi in die burgenländische Wasserstoff-Elektrolyseanlage verkündet. „Der Abschluss des Joint Ventures wird für Anfang 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt des Abschlusses der finalen Unterlagen, der Zustimmung der Anteilseigner sowie behördlicher Genehmigungen“, erklärte die OMV im November 2025.

140-Megawatt-Elektrolyseanlage seit Herbst 2025 im Bau

Aktuell ist das Joint Venture operativ aber noch nicht tätig. „Derzeit werden die entsprechenden Vertragsdokumente finalisiert. Nach Abschluss dieses Prozesses kann die Eintragung des Joint Ventures ins Firmenbuch erfolgen“, hieß es am Montag von der OMV auf APA-Anfrage. Über weitere Schritte werde man „zu gegebener Zeit informieren“. Der österreichische Konzern ist eng mit Abu Dhabi verbunden. Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) hält 24,9 Prozent an der OMV. Beide Unternehmen haben kürzlich in der Borouge International ihre Chemiesparten zum viertgrößten Kunststoffproduzenten der Welt fusioniert.

Die 140-Megawatt-Elektrolyseanlage in Bruck an der Leitha befindet sich seit Herbst 2025 in Bau und soll bis Ende 2027 den Betrieb aufnehmen. Die Anlage wird eine der größten für grünen Wasserstoff in Europa. Anfang 2026 hatte die Republik Österreich der OMV für die Elektrolyseanlage eine Förderung von bis zu 123 Mio. Euro zugesagt. Abgewickelt wird die Förderung von der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws).

23.000 Tonnen Wasserstoff mit erneuerbarer Energie

Die OMV-Elektrolyseanlage soll ab 2028 jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff mit erneuerbarem Strom aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft erzeugen. Bei der Elektrolyse wird Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird künftig über eine 22 Kilometer-Pipeline direkt in die OMV-Raffinerie Schwechat fließen und dort den aus Erdgas erzeugten, fossilen Wasserstoff in den Produktionsprozessen ersetzen.

APA