ÖAMTC: Fallende Spritpreise nur bedingt weiter gegeben

2. Juli 2026, Wien
Geringere Steuerentlastung sofort an Tankstellen bemerkbar
 - Berlin, APA/dpa

Der ÖAMTC kritisiert, dass im Juni die gesunkenen Rohölpreise nur teilweise an den Tankstellen angekommen sind. Demnach ist die Differenz zwischen den Nettopreisen für Benzin bzw. Diesel und dem Preis für einen Liter Öl aktuell deutlich höher als noch vor dem Iran-Krieg. Der ÖAMTC fordert in diesem Zusammenhang eine Untersuchung und stärkere Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super.

Dass mit Juli die Entlastung bei der Mineralölsteuer (MÖSt) von 1,7 auf 0,8 Cent je Liter gefallen ist, habe sich sofort an den Zapfsäulen bemerkbar gemacht, kritisiert die Interessensvertretung. Die Verordnung der Bundesregierung, dass sich die österreichischen Kraftstoffpreise an den internationalen Preisnotierungen für Benzin und Diesel orientieren müssen, würde wiederum nur bedingt helfen. „Da sich die sinkenden Rohölpreise offensichtlich nicht adäquat auf die Produktnotierungen für die Kraftstoffe durchschlagen, kommen die Senkungen beim Rohöl auch nur teilweise an den Tankstellen an“, so das Fazit des ÖAMTC.

Juni günstiger Tankmonat

Trotz eines möglichen Körberlgeldes war Tanken im Juni spürbar günstiger als in den Vormonaten. Diesel kostete im Monatsdurchschnitt 1,777 Euro pro Liter, Super 1,692 Euro. „Ausschlaggebend dafür waren sinkende Erdölpreise infolge des Waffenstillstands im Nahen Osten und der Ankündigung weiterer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran“, meint der ÖAMTC.

Ein Blick auf die Zahlen der Europäischen Kommission zeige allerdings, dass die Nettopreise für Kraftstoffe in Österreich im Juni weniger stark gesunken sind als im EU-Durchschnitt. „Auch dies könnte darauf hindeuten, dass die günstigeren Rohölpreise in Österreich trotz Verordnung nicht vollständig an die Verbraucher:innen weitergegeben wurden“, warnt der Club.

Italien teuer, Kroatien günstig

Wer eine Urlaubsreise nach Deutschland oder Italien plant, muss mit höheren Spritpreisen als in Österreich rechnen. Anders stellt sich die Situation Richtung Slowenien und Kroatien dar. Dort gelten abseits der Autobahnen weiterhin staatlich regulierte Höchstpreise.

APA