270 Millionen Euro für Transformation der Industrie

8. Mai 2026, Wien

Fördercall für Umstieg auf erneuerbare Energien startet – EU genehmigt Industriestrombonus

Die Bundesregierung stellt weitere 270 Millionen Euro für die Transformation der Industrie zur Verfügung. In Wien fiel am Donnerstag der Startschuss für einen neuen Fördercall innerhalb eines bereits laufenden Milliardenprogramms.


Die neue Tranche startet am 8. Mai und läuft bis 17. September 2026. Die Mittel teilen sich in 140 Millionen Euro an Investitionszuschüssen für moderne Produktionsanlagen und 130 Millionen Euro an Transformationszuschüssen, die laufende Mehrkosten beim Umstieg auf erneuerbare Energien abfedern sollen.


Gefördert werden laut Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (VP) Projekte ab einem Volumen von zwei Millionen Euro, die jährlich 5000 Tonnen CO2 oder 60 Prozent der Treibhausgase einsparen. Das übergeordnete Transformationsprogramm hat laut dem Ministerium in bisher 16 geförderten Projekten bereits Investitionen von 1,4 Milliarden Euro ausgelöst. Auch Entlastungen für energieintensive Betriebe wurden angekündigt. Die EU-Kommission hat den geplanten Industriestrombonus der Regierung genehmigt. Verknüpft ist das Modell laut Hattmannsdorfer mit der Verpflichtung, dass 80 Prozent der Förderung reinvestiert und 50 Prozent der Investitionssumme in Energieeffizienzmaßnahmen gesteckt werden muss.


Neue Abhängigkeit beim Gas


Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), bezeichnete die Strompreiskompensation als „zentrale Entlastung“ und „extrem wichtiges Signal“. Es brauche aber einen längeren Zeithorizont, eine Sicherstellung der Maßnahme bis 2030 wäre wichtig. An der Industrie würden inklusive des nachgelagerten Sektors 690.000 Jobs hängen.


Klaus Friesenbichler, Ökonom am Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, sagte, dass sich Österreichs Abhängigkeit beim Flüssiggas von Russland hin zu den USA verschoben habe. Hattmannsdorfer sagte, dass Österreich beim Treibstoff aufgrund der hohen Eigenraffinierung gut aufgestellt sei. Eine Treibstoffknappheit drohe nicht.

Oberösterreichische Nachrichten