Wind- und Solarprojekte mit Wechselrichtern aus China erhalten kein EU-Geld mehr.
Mit großer Verschwiegenheit hat die Europäische Kommission am 1. April eine Entscheidung mit weitreichenden industrie- und geopolitischen Folgen gefällt. Künftig sollen Energieprojekte keine EU-Subventionen erhalten, wenn sie auf Wechselrichter chinesischer Hersteller zurückgreifen – allen voran jene von Huawei.
Diese elektrotechnischen Geräte sind vor allem beim Einsatz von Photovoltaik und Windenergie notwendig, um Gleichspannung in Wechselspannung umzuwandeln. Nur so kann der grüne Strom ins Elektrizitätsnetz eingespeist und genutzt werden. Die chinesischen Hersteller kontrollieren laut Kommission rund 80 Prozent des Weltmarktes für Wechselrichter. Ihre Marktdominanz in der Union sei ähnlich groß, sagte eine Kommissionsbeamtin zur „Presse“.
„Ausreichende Belege“
Diese Beherrschung eines für die Elektrifizierung essenziellen Marktsegments hat mehrere nationale europäische Nachrichtendienste und die Kommission selbst zur Analyse möglicher systemischer Sicherheitsrisiken veranlasst. Ihre Ergebnisse stimmen überein. „Wir haben nun ausreichende Beweise, die belegen, dass bestimmte Drittstaaten die technischen Möglichkeiten haben, Blackouts in der EU durch Wechselrichter zu verursachen“, sagte ein anderer Kommissionsbeamter.
Die Kommission ist zuversichtlich, dass Anbieter vor allem aus Japan, Südkorea, den USA und der Schweiz die Lücke der geächteten chinesischen Hersteller schließen können. Eine signifikante Preisinflation durch die Zurückdrängung der chinesischen Komponenten befürchtet sie nicht. „Der Preiseffekt dürfte weniger als zwei Prozent Kostensteigerung bei Großprojekten ausmachen“, sagte der Kommissionsbeamte. Privathaushalte sind nicht betroffen.
Die Presse



