Wechselrate bei Strom- und Gasverträgen auf Rekordhoch

4. November 2026, Wien
Die Behörde rät zu Preisvergleichen
 - Salzburg, APA/THEMENBILD

In Österreich haben sich zwischen Jänner und September 326.732 Strom- und Gaskunden einen neuen Lieferanten gesucht. Das sind deutlich mehr als in der Vorjahresperiode (rund 300.000) und entspricht der höchsten Wechselrate seit 25 Jahren bzw. der höchsten Rate seit der Strommarkt-Liberalisierung, berichtete die Regulierungsbehörde E-Control am Mittwoch. Im Jahr 2001 war der Strommarkt geöffnet worden, seitdem gilt die freie Anbieterwahl.

Die Wechselrate von Unternehmen und Haushalten bei Strom bezifferte die E-Control für die ersten neun Monate des Jahres mit 4,1 Prozent (nach 3,9 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres) und bei Gas mit 5,6 Prozent (nach 4,4 Prozent). Einen neuen Stromlieferanten suchten sich 261.238 Kunden (davon 215.650 Haushalte), einen neuen Gaslieferanten 65.494 Kunden (davon 58.920 Haushalte).

Am häufigsten wechselten zum wiederholten Male die Menschen in Niederösterreich ihren Anbieter (6,8 Prozent der Strom- und 7,7 Prozent der Gaskunden). Dahinter folgten die Steiermark und Wien mit je 4,6 Prozent bei Strom und Oberösterreich mit 4,5 Prozent.

Behörde rät zu Preisvergleichen

„Noch nie zuvor hat es in den ersten neun Monaten eine höhere Wechselrate gegeben. Das zeigt für uns, dass geopolitische Krisen niemanden unberührt lassen: steigende Preise führen dazu, dass das Thema Strom und Gas stärker in den Fokus gerät und sich die Menschen vermehrt mit ihren Strom- und Gaskosten auseinandersetzen“, kommentierte E-Control-Vorstand Michael Strebl. Er rät dazu, Preise zu vergleichen und sich vor dem Winter noch mit günstigeren Angeboten zu versorgen.

Vergleiche sind etwa mit dem sogenannten Tarifkalkulator der E-Control möglich. Bei der Regulierungsbehörde müssen alle Energieanbieter ihre Tarife einmelden.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (beide ÖVP) verwiesen in einer Reaktion auf die jüngste Strommarktreform bzw. das beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG). Damit seien Tarifvergleiche und Anbieterwechsel vereinfacht worden, etwa indem Stromanbieter nun auf eigene günstigere Tarife sowie auf den E-Control-Kalkulator hinweisen müssen, hieß es in einer Aussendung.

APA