Italien will Strompreise mit staatlichem Eingriff senken

4. November 2026, Rom

Die italienische Regierung will in dieser Woche Maßnahmen zur Begrenzung der Stromkosten für Haushalte und Unternehmen beschließen. Vorgesehen ist ein vorübergehender Preisdeckel für Gas, das zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Die Regelung soll die Auswirkungen der hohen Gaspreise auf den Strommarkt abfedern. Zuvor habe sich Rom mit den zuständigen Stellen der Europäischen Union auf die geplante Maßnahme verständigt, kündigte Energieminister Gilberto Pichetto Fratin an.

Kern des Vorhabens ist ein vorübergehender Preisdeckel von rund 60 Euro je Megawattstunde für Gas, das in gasbefeuerten Kraftwerken zur Stromproduktion eingesetzt wird. Damit sollen die Auswirkungen hoher Gaspreise auf die Stromkosten von Privathaushalten und Unternehmen reduziert werden.

Staat gleicht Mehrkosten der Energieversorger aus

Nach dem geplanten Modell sollen Energieversorger, die gasbefeuerte Kraftwerke betreiben, eine Erstattung erhalten. Der Staat soll dabei die Differenz zwischen dem tatsächlichen Gaspreis an der europäischen Handelsplattform TTF und dem festgelegten Höchstpreis von rund 60 Euro je Megawattstunde ausgleichen. Auf diese Weise sollen die Kosten der Gasverstromung sinken und die Strompreise entsprechend entlastet werden.

Die Finanzierung der Maßnahme ist allerdings mit Belastungen verbunden. Nach Angaben des Energieministers soll sie über eine Erhöhung der allgemeinen Systemkosten in den Stromrechnungen erfolgen. Diese Umlagen werden von privaten Haushalten und Unternehmen getragen. Damit soll ein Teil der Entlastung bei den Strompreisen über höhere beziehungsweise angepasste Abgaben auf die Stromrechnungen finanziert werden.

Die geplante Maßnahme soll die Abhängigkeit der italienischen Strompreise von den hohen Gaspreisen verringern. Zugleich bleibe abzuwarten, in welchem Umfang die Entlastung tatsächlich bei den Endverbrauchern ankomme und wie stark sich die Finanzierung über die Stromnebenkosten auf deren Rechnungen auswirke, warnen Experten.

APA