Regionale Energie statt globale Risiken

23. Oktober 2026

Lokale Biomasse und erneuerbare Energien schützen vor Preissprüngen durch globale Energiemärkte und Konflikte.


Trotz Förderungen für den Heizungstausch setzen viele Haushalte in Westösterreich nach wie vor auf Öl- und Gasheizungen, zeigt eine Analyse des Branchenverbands proPellets Austria: Im Vorjahr wurden in Vorarlberg pro 1.000 Haushalte rechnerisch nur 0,84 neue Pelletheizungen installiert – das ist (mit Ausnahme von Wien) mit Abstand der letzte Platz. Zum Vergleich: In der Steiermark waren es pro 1.000 Haushalte 7,4 Pelletheizungen. Auf dem vorletzten Platz liegt mit 2,9 installierten neuen nachhaltigen Heizungen Tirol hinter Salzburg mit 3,2.


Insgesamt wurden im Vorjahr in Österreich 18.000 Pelletheizungen neu installiert. „Jede einzelne Ölheizung verlängert die Abhängigkeit von politisch fragwürdigen Regimen. Wir müssen endgültig raus aus dieser Abhängigkeit und stattdessen regionale Energie nutzen. Pellets sind nicht nur kostengünstig und sauber, sie sind auch ein Beitrag zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit“, betont Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. Neben der Versorgungssicherheit punkten Pelletheizungen durch ausgereifte Technik. Hightech-Pelletkessel und -kaminöfen, die maßgeblich in Österreich und Deutschland entwickelt werden, ermöglichen ein effizientes und emissionsarmes Heizen. „Damit bleibt nicht nur die Energie, sondern auch die Wertschöpfung der Anlagentechnik in der Region“, argumentiert Stiksl.


Pelletkessel, Pelletkaminöfen und Pelletzentralheizungskaminöfen sind die häufigsten Heizgeräte, die mit Pellets betrieben werden.
▸ Pelletkessel stehen in der Regel in einem Heizraum im Keller und arbeiten wie eine klassische Zentralheizung. Die Pellets werden aus einem Lagerraum automatisch zum Kessel transportiert und dort verbrannt. Die Wärme wird über Radiatoren oder eine Fußbodenheizung im Haus verteilt.
▸ Pelletkaminöfen befinden sich üblicherweise in einem Wohnraum. Sie verfügen über einen Vorratsbehälter, der mit Pellets aus Säcken händisch befüllt wird. Der Kaminofen entnimmt die Pellets dem Vorratsbehälter und zündet diese automatisch. Hierbei gibt es wiederum zwei Hauptvarianten, die sich in ihrem Einsatzbereich unterscheiden. Klassische Pelletkaminöfen ähneln optisch einem Schwedenofen. Sie geben die Wärme direkt durch Abstrahlung und warme Luft an den Raum ab.
▸ Sogenannte Pelletzentralheizungskaminöfen hingegen verfügen über einen Wärmetauscher. Mit diesem wird Wasser erhitzt, das über ein Zentralheizungssystem die ganze Wohnung erwärmt.
Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem bisherigen Heizölbedarf von 2.000 Litern jährlich kommt auf einen Pelletbedarf von rund 4 Tonnen pro Jahr. Im Rahmen der neuen Sanierungsoffensive wird der Umstieg auf Pelletheizungen gefördert.

Tiroler Tageszeitung