
In den Verhandlungen um Änderungen am europäischen Emissionshandel (ETS) steht eine erste Reform, die den CO2-Preis stabil halten soll. Vertreter aus dem Europaparlament und dem Rat der 27 EU-Länder einigten sich am Mittwoch in Straßburg darauf, künftig mehr CO2-Zertifikate in der Marktstabilitätsreserve (MSR) vorzuhalten. Sie können auf den Markt gegeben werden, um den Preis bei Schwankungen zu senken.
Bisher wurden alle Zertifikate in der Reserve, die 400 Millionen überschreiten, automatisch ungültig. Diese Obergrenze soll nun auf 700 Millionen angehoben werden, wobei ein Zertifikat einer Tonne Kohlendioxid (CO2) entspricht. Das Europaparlament und der Rat müssen die Einigung in den kommenden Wochen noch formal absegnen.
Weitere Änderungen geplant
Der Emissionshandel ist das wichtigste Mittel Europas zum Erreichen ihrer Klimaziele. Die EU deckelt damit die Menge an Kohlendioxid, die bestimmte Sektoren insgesamt ausstoßen dürfen. Darunter fallen etwa die Stahl- und Aluminiumproduktion, die Chemieindustrie, Strom- und Wärmeproduzenten sowie Düngemittelhersteller. Die Unternehmen müssen CO2-Zertifikate kaufen, deren Gesamtzahl jedes Jahr sinkt, um den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.
Neben der Ausweitung der Reserve sind auf Druck der Industrie weitere Änderungen geplant. Die Zahl der Zertifikate soll langsamer sinken als bisher geplant, außerdem sollen länger kostenlose Zertifikate an Unternehmen vergeben werden, die durch die ETS-Kosten einen Nachteil im internationalen Wettbewerb haben. Die Verhandlungen über diese Änderungen dürften aber noch einige Monate dauern.
APA/AFP




