
Die Konflikte im Nahen Osten haben die Rohöl-Importe für Deutschland massiv verteuert. Von Jänner bis August 2026 wurden dafür 30 Milliarden Euro bezahlt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies ist ein Anstieg um 21,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, obwohl die importierte Menge mit 49,1 Millionen Tonnen leicht um 0,6 Prozent zurückging.
Wichtigste Lieferländer für Rohöl waren in den ersten acht Monaten des Jahres die USA, Norwegen und Kasachstan. Aus diesen drei Staaten stammten 52,2 Prozent der deutschen Importe. Die Vereinigten Staaten haben sich damit wie schon im Vorjahr als wichtigster Lieferant etabliert und Norwegen abgelöst, das in den Jahren 2023 und 2024 an der Spitze lag. Vor dem Inkrafttreten der Sanktionen gegen Russland im Zuge des Angriffs auf die Ukraine war die Russische Föderation über Jahre der Hauptlieferant gewesen. Seit 2025 wurden den Statistikern zufolge keine Rohöl-Importe aus Russland mehr nachgewiesen.
610 Euro pro Tonne
Im Durchschnitt der ersten acht Monate kostete eine Tonne importiertes Rohöl 610 Euro. Damit lag der Preis trotz des jüngsten Anstiegs noch deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 2022, als im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine 686 Euro gezahlt werden mussten. Auch in den Jahren 2012 und 2013 waren die Preise während der damaligen Spannungen um das iranische Atomprogramm mit 644 beziehungsweise 613 Euro pro Tonne bereits höher.
Die monatliche Entwicklung zeigt die Auswirkungen der Konflikte deutlich: So stieg der Durchschnittswert für eine importierte Tonne Rohöl nach Beginn des Iran-Kriegs von 460 Euro im Februar auf 616 Euro im März. Die Schließung der Straße von Hormuz trieb den Preis im April weiter auf 757 Euro. Seinen bisherigen Höchststand im laufenden Jahr erreichte der Wert im Mai mit 768 Euro. In den Folgemonaten gaben die Preise wieder etwas nach und lagen im August bei 607 Euro je Tonne.
APA/Reuters



