
Die Ölpreise sind am Dienstag mit der Sorge vor weiteren Angriffen auf Öltransporte in der Straße von Hormuz auf den höchsten Stand seit fast fünf Monaten gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete in der Früh zeitweise 111,05 US-Dollar und damit so viel wie seit Mai nicht mehr. Zuletzt ist der Preis aber wieder etwas zurückgefallen auf 110,77 Dollar. Das ist 1,1 Prozent mehr als zum Vortagesschluss.
Am Ölmarkt sind die Anleger besorgt über die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe in der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormuz. Der Iran habe „keine andere Wahl“, als die Kontrolle über die Meerenge auszuüben, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten, erklärte zuletzt ein hoher iranischer Regierungsvertreter laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.
In den vergangenen Tagen gab es mehrfach Angriffe auf Handelsschiffe, dennoch haben die Öltransporte aus den Fördergebieten am Persischen Golf zuletzt wieder deutlich zugenommen. US-Energieminister Chris Wright hatte beim Fernsehsender Fox News gesagt, dass sich die Liefermengen wieder auf etwa 80 Prozent des Niveaus von vor Kriegsbeginn erholt hätten.
„Die Risiken für die Ölpreise sind eindeutig nach oben gerichtet“, sagte Rohstoffexperte Hamad Hussain vom britischen Analysehaus Capital Economics. Die Eskalation der Angriffe auf Schiffe eröffne die Möglichkeit eines erneuten Rückgangs des Ölangebots und eines weiteren Preisanstiegs.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt leicht in die Höhe gegangen. Wie das OPEC-Sekretariat in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 108,62 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag hatte der Preis noch 108,00 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
APA



