Fossile CO2-Emissionen in Österreich 2024 gesunken

16. Oktober 2026, Wien
Reduktion von 4,3 Prozent gegenüber 2023
 - Martigues, APA/AFP/MIGUEL MEDINA

Ein geringerer Dieselverbrauch, milde Witterung und schwächere Industrieproduktion sind laut „Luftemissionsrechnung 2024“ der Statistik Austria die Gründe dafür, dass die CO2-Emissionen aus fossilen Quellen von in Österreich ansässigen Unternehmen, Institutionen und Privathaushalten im 2024 um 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr davor gesunken sind. Das entspricht einem Rückgang auf 40,97 Millionen Tonnen CO2 2024 nach 42,83 Millionen Tonnen im Jahr davor.

Im Detail gingen die fossilen CO2-Emissionen der privaten Haushalte im Vergleich zu 2023 um 4,7 Prozent zurück (von 11,99 auf 11,42 Mio. Tonnen), jene in der Wirtschaft um 4,2 Prozent (von 30,84 auf 29,55 Mio. Tonnen). „Die Entwicklung im Jahr 2024 steht im Zusammenhang mit der gedämpften Wirtschaftsleistung, einer geringeren Industrieproduktion und einem niedrigeren Einsatz fossiler Energieträger“, hielt die Statistik Austria dazu in einer Aussendung am Freitag fest. Zusätzlich minderten rückläufige Dieselabsätze und Fahrleistungen die Emissionen.

Im Vergleich zum Niveau von 2008 lagen die fossilen CO2-Emissionen der Wirtschaft 2024 um 26,8 Prozent niedriger. Auch die CO2-Emissionen aus sonstigen, überwiegend prozessbedingten Quellen der Wirtschaft sanken. Diese entstehen vor allem bei Produktionsprozessen wie etwa der Herstellung von Zement, Stahl oder Chemikalien und sind ebenfalls klimawirksam. 2024 lagen sie um 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert – und um 13,8 Prozent unter dem Niveau von 2008. In Summe gingen die fossilen CO2-Emissionen im Vergleich zu 2008 um 27,0 Prozent zurück.

Langfristiger Anstieg bei CO2 aus biogenen Quellen

Bei den CO2-Emissionen aus biogenen, klimaneutralen Quellen, die in der Luftemissionsrechnung getrennt von jenen aus fossilen und aus sonstigen Quellen ausgewiesen werden, ist hingegen ein langfristiger Anstieg zu verzeichnen. Biogenes CO2 entsteht bei der Verbrennung biogener Brennstoffe wie Brennholz oder Biogas und hier lagen die Emissionen der privaten Haushalte 2024 um 26,2 Prozent über dem Niveau von 2008, gingen gegenüber 2023 aber um 4,2 Prozent zurück. Bei jenen Emissionen, die der Wirtschaft zugerechnet werden, betrug der Anstieg gegenüber 2008 im Jahr 2024 23,6 Prozent – hier gab es auch gegenüber 2023 einen Anstieg von 2,2 Prozent.

Relativ stark sanken die Emissionen fluorierter Treibhausgase (F-Gase): 2024 lagen sie um 6,3 Prozent unter dem Vorjahreswert und um 11,2 Prozent unter dem Niveau von 2008. Der seit mehreren Jahren beobachtete Rückgang sei insbesondere auf Veränderungen bei den verwendeten Kältemitteln sowie auf die europäischen F-Gas-Regelungen zurückzuführen, erläuterte Statistik Austria diese Entwicklung. Schwankungen einzelner Jahre könnten außerdem mit der Nachfrage nach Klima- und Kälteanlagen sowie Wärmepumpen und mit Lager- und Entsorgungsmengen zusammenhängen.

Unterschiede zur Luftschadstoff- und Treibhausgas-Inventur

In der Luftemissionsrechnung werden nur jene Emissionen berücksichtigt, die von in Österreich lebenden Personen und von hier ansässigen Unternehmen verursacht werden, hier unabhängig davon, wo sie auf der Welt ausgestoßen werden, erklärt die Statistik Austria den Unterschied zur Luftschadstoff- und Treibhausgas-Inventur. Diese wird jährlich vom Umweltbundesamt erstellt und gibt den Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen für das österreichische Staatsgebiet wieder.

Der Unterschied zwischen der Luftemissionsrechnung und den anderen erwähnten Berichtspflichten liegt laut Statistik Austria in der unterschiedlichen Berücksichtigung der Verkehrsemissionen (Emissionen von Inländern gegenüber Emissionen im Inland). Die Luftemissionsrechnung ist auf der Grundlage der Verordnung (EU) 691/2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen zu erstellen.

(S E R V I C E – „Luftemissionsrechnung 2024“ der Statistik Austria unter https://go.apa.at/kpq0Z87l

APA