Höhenflug des europäischen Gaspreises vorerst gestoppt

14. Oktober 2026, Amsterdam
Preise steigen durch Krieg und Speicher-Befüllung vor dem Winter
 - Stuttgart, APA/AFP/THOMAS KIENZLE

Der in den vergangenen Handelstagen starke Preisauftrieb für europäisches Erdgas hat am Dienstag zunächst ein Ende gefunden. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam gegen Mittag zu 84,37 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. In der vergangenen Nacht war die Notierung noch zeitweise bis auf 87,44 Euro gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2022.

Am Markt wurde der aktuelle Preisrückgang mit Gewinnmitnahmen erklärt. Händler haben den jüngsten Höhenflug als übertrieben eingeschätzt und sprachen von einem „überkauften Markt“.

Steigende Preise durch Angriffe im Nahen Osten und Speicher-Befüllung

Der Gaspreis war seit Beginn des Monats wieder deutlich gestiegen. Preistreiber waren die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz durch den Iran sowie auch das verstärkte Auffüllen der Gasspeicher in Europa vor dem Winter. In dieser Zeit ist der Rohstoff um etwa 16 Prozent teurer geworden.

Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis für europäisches Erdgas damit fast verdreifacht. Zuletzt war er zu Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, wobei die Notierungen damals noch viel höher lagen, bei über 300 Euro je Megawattstunde.

Der Krieg im Nahen Osten die daraus resultierenden Störungen bei den Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormuz „lassen einen angespannten Winter erwarten“, sagte Tamas Varga, Analyst beim Handelshaus PVM Oil Associates. Es sei davon auszugehen, dass Länder in Europa mit asiatischen Staaten um die verfügbaren LNG-Ladungen konkurrieren werden.

Nach Einschätzung des Experten Varga sind zwar keine Engpässe im Winter zu befürchten, doch dürften die Preise – insbesondere bei einem kalten Winter – auf einem erhöhten Niveau bleiben.

APA/dpa-AFX