
Die Stromnetzbetreiber drücken bei der Umstellung der Netzgebühren vorerst nicht aufs Tempo. Keiner der von der APA befragten Betreiber plant die Einführung des neuen Leistungspreises zum frühestmöglichen Termin am 1. Jänner 2027. Mit Ausnahme der Innsbrucker IBK, die voraussichtlich mit 1. Jänner 2028 starten wollen, nannte keiner der Betreiber ein konkretes Datum. Laut der von der E-Control am Montag erlassenen Verordnung haben die Netzbetreiber bis 1. Juli 2028 Zeit.
Mit der Reform der Stromnetzentgelte wird für auch für Haushalte und Gewerbekunden ein Leistungspreis eingeführt. Die Höhe der Netzgebühren richtet sich dann nicht mehr nur nach dem Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh), sondern zur Hälfte auch daran, wie viel Strom auf einmal bezogen wird, gemessen in Kilowatt (kW).
Haushalte ohne Elektroauto, Wärmepumpe oder anderen sehr großen Stromverbrauchern profitieren, weil andere Kundinnen und Kunden, die das Netz stärker belasten, künftig mehr zahlen müssen. Aber auch Haushalte mit E-Auto oder Wärmepumpen können, wenn sie ihre Leistungsspitzen reduzieren oder verschieben, Netzkosten sparen.
Energie Steiermark peilt Leistungspreis für 2028 an
Sowohl die Wiener Netze als auch EVN-Netztocher Netz NÖ erklärten auf APA-Anfrage, den Zeitpunkt für die Umstellung noch nicht festgelegt zu haben. Die Energie Steiermark plant, erst 2028 umzusteigen – man wolle davor Kundinnen und Kunden erst noch ausreichend darüber informieren, wie sie ihren Verbrauch optimieren können. In Salzburg und bei der Tiroler Tinetz ist der Zeitpunkt ebenfalls noch offen, die Tinetz hat jedoch bereits ein Erklärvideo zum Leistungspreis online.
Netz Oberösterreich erklärte auf APA-Anfrage, es seien auch „andere Netzbetreiber in unserem Netzgebiet“ betroffen, mit denen müsse man sich vorher abstimmen. Erst dann könne ein „seriöser Zeit- und Projektplan erstellen“ werden, hieß es weiter. Auch bei Linz Netz steht noch kein Datum zur Einführung des Leistungsreises fest. Die Verordnung werde erst einmal begutachtet.
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