Zehn Jahre ERGaR: Europaweiter Handel mit Biomethannachweisen erreicht Rekordmarke

12. Oktober 2026

Vor zehn Jahren, am 28. September 2016, trafen sich in Gent neun nationale Nachweisregister mit einer gemeinsamen Vision, nämlich ein europäischer Markt für Biomethan als Beitrag zum Klimaschutz. Aus der Gründung der European Renewable Gas Registry (ERGaR) ist heute ein europäischer Verband mit 50 Mitgliedern geworden, durch den 93 Prozent des grenzüberschreitenden Handels mit Biomethannachweisen laufen.

Bereits 2017 vereinbarten die österreichischen und deutschen Register als ersten Schritt eine bilaterale Zusammenarbeit. Die AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Betreiberin des Biomethan-Registers Österreich, zählt zu den Gründungsmitgliedern von ERGaR. Mit Andreas Wolf prägte ein richtungsweisendes Vorstandsmitglied der AGCS die Entwicklung des Verbands von Beginn an, und mit Julian Auderieth stellt die AGCS seit Herbst 2025 den Präsidenten von ERGaR, der die Organisation in die nächste Dekade führt. Im Jahr 2021 folgte mit dem ERGaR-Nachweisschema erstmals ein harmonisierter Standard für Inhalt, Qualitätsmerkmale und Attribute von Nachweisen sowie für die Geschäftsprozesse hinter jeder Übertragung. Das Schema entstand als Marktinitiative, getragen von den Registrierstellen, Händlerinnen und Verbänden, noch bevor die europäischen Institutionen erste Harmonisierungsschritte bei Rechts- und Marktregeln setzten. Seit dem Start wurden dadurch mehr als 11 TWh an Biomethannachweisen über Grenzen transferiert, allein 2025 mit einem Rekordwert von 4,27 TWh. „Ich bin persönlich stolz, dass wir uns entschieden haben, uns gemeinsam weiterzuentwickeln und einen gemeinsamen Nenner zu finden, noch bevor die europäischen Institutionen erste Harmonisierungsschritte unternommen haben“, bilanziert Stefanie Königsberger, Vorstandsmitglied seit 2019 und Vizepräsidentin von 2023 bis 2025.


Für das nächste Jahrzehnt hat sich ERGaR zwei zentrale Ziele gesetzt. Nachweise sollen in der gesamten Europäischen Union für die Einhaltung aller Klima- und Energieziele voll anerkannt werden, damit Nachweisführung auch tatsächlich in der Zielanrechnung ankommt. Darüber hinaus soll ein europäisches Nachweissystem entstehen, das eigens auf erneuerbare Gase zugeschnitten ist. „Unser gemeinsames europäisches Ziel sollte ein eigenes System für gasförmige Energieträger sein, das die spezifischen Eigenschaften dieser Energieträger berücksichtigt und ihre ökologischen und ländlichen Vorteile honoriert“, so Königsberger. Die Voraussetzung dafür ist bereits gesetzlich verankert, denn das zusammengeschaltete EU-Gasnetz ist als einzige logistische Einrichtung anerkannt und ermöglicht echten grenzüberschreitenden Massenausgleich.


Zum zehnjährigen Jubiläum hat ERGaR drei Persönlichkeiten, die den Verband in seinen ersten Jahren entscheidend geprägt haben, gebeten, auf die zurückgelegte Wegstrecke und die kommende Dekade zurückzublicken. Attila Kovacs, erster Generalsekretär von ERGaR, erläutert, warum es ERGaR geben musste. Stefanie Königsberger blickt darauf, was zehn Jahre Nachweisführung für Biomethan gelehrt haben. Jesse Scharf schildert, was der Markt als Nächstes braucht. Das vollständige Interview wird anlässlich des Jubiläums auf den Kanälen von ERGaR veröffentlicht.

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