Tiroler Tinetz investiert 720 Mio. Euro für Netzausbau

30. September 2026, Thaur
Investition in  Erneuerung und Verstärkung der Stromnetzinfrastruktur
 - Wien, APA/THEMENBILD

Die Tinetz, Tochtergesellschaft des landeseigenen Tiroler Energieversorgers Tiwag, investiert bis 2030 rund 720 Mio. Euro in die Erneuerung und Verstärkung der Tiroler Stromnetzinfrastruktur. Das sei unter anderem deshalb notwendig, da zunehmend Einspeisungen aus Photovoltaikanlagen erfolgten, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Thaur bei Innsbruck. Aufgrund dieser „Rekordinvestitionen“ sei ab 2027 auch eine „moderate“ Anpassung der Netzentgelte notwendig.

Im besonderen Fokus stünden bei den Investitionen die „regionalen Verteilernetze“, betonten die Tiwag- und Tinetz-Verantwortlichen weiters. Aktuell befinden sich laut diesen tirolweit etwa 700 Netzmaßnahmen auf Mittelspannungsebene sowie rund 1.900 Netzmaßnahmen auf der Niederspannungsebene in Umsetzung. Dies sei auch deshalb wichtig, weil die derzeitigen Netze „am Ende sind“, wie Tiwag-Vorstandsdirektor Michael Kraxner herausstrich. Gerade wegen der Energiewende und der Transformation hin zu einer „all electric world“ seien aber „resiliente und absolut verlässliche Stromnetze“ essentieller als jemals zuvor.

Mit dem gegenwärtigen und kommenden Ausbau und der Revitalisierung der Stromnetze sei es nunmehr das Tiwag-Bestreben, „die Infrastruktur weiter zu verbessern, um zusätzliche Einspeisekapazitäten für Strom aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen bereitzustellen“, betonte Kraxner. Diese Bereitstellung sei auch aufgrund der Verdoppelung der Einspeisung aus Photovoltaik-Quellen bis 2030 und einer ebensolchen Verdoppelung des Energiebedarfs bis 2040 vonnöten, so der Tiwag-Vorstandsdirektor.

„Mammutaufgabe“ und Investitionen in Energieproduktion

Diese Entwicklung und der generelle „Umstieg auf erneuerbare Energiequellen“ bräuchten entsprechende Netze und Infrastruktur. Diese zu etablieren, sei eine „Mammutaufgabe“ und müsste auch im Zusammenhang von insgesamt 2,5 Mrd. Euro Investitionen bis 2030 seitens der Tiwag gesehen werden, die nicht nur in die Stromnetze, sondern auch in die „Energieproduktion“ fließen. „Erst kürzlich sind beispielsweise 180 Millionen in das Tiwag-Wasserkraftwerk Tauernbach-Gruben in Osttirol geflossen“, nannte Kraxner ein damit verbundenes, konkretes Beispiel.

Notwendige „moderate“ Tariferhöhungen

Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder wurde indes auch nach den damit verbundenen Netzentgelt-Anpassungen befragt. Die nunmehrigen Investitionen und die damit verbundenen Projekte seien „ein Marathon“ und zögen „moderate Tariferhöhungen“ nach sich, meinte dieser. Diese wolle man allerdings überaus verträglich gestalten. „Wir haben die Tarifgestaltung und die Kundenzufriedenheit stets genau im Blick“, betonte Rieder. Avisiert seien ab kommendem Jahr Anpassungen, die sich „in Höhe der Inflation bewegen“. Angesichts dessen, dass alleine 2026 rund 104 Mio. in die Modernisierung und den Ausbau der Nieder- und Mittelspannungsnetze und weitere 53 Mio. in Hochspannungsnetze im Bundesland fließen würden, sei eine solche „Anpassung“ jedoch gut argumentierbar.

APA