Dt. Großhandelspreise steigen stark wie seit 2023 nicht mehr

15. September 2026, Wiesbaden
Bei Mineralölerzeugnissen zogen die Preise um 36,1 Prozent an
 - Karlsruhe, APA/dpa

Die deutschen Großhändler haben ihre Preise im August so kräftig erhöht wie seit Februar 2023 nicht mehr. Diese legten um durchschnittlich 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Im Juli war das Plus noch bei 5,3 Prozent gelegen, im Juni bei 4,9 Prozent.

„Ausschlaggebend für den Preisanstieg im August 2026 waren noch immer die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten“, erklärten die Statistiker. Bei Mineralölerzeugnissen zogen die Preise gegenüber dem August 2025 um 36,1 Prozent an. Bei chemischen Produkten ging es binnen Jahresfrist um 13,6 Prozent nach oben.

Preisveränderungen kommen später bei Konsumenten an

Wie Destatis weiter mitteilte, stiegen die deutschen Großhandelspreise im August gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Der Großhandel dient als eine Art Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Preisveränderungen kommen später und zumindest teilweise bei den Konsumenten an. Die Verbraucherpreise legten in Deutschland im August um 2,9 Prozent zu.

Der wiederaufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt die weltweiten Ölpreise nach oben. Zuletzt verteuerten sich auch Diesel und Gas kräftig. Dies sorgt bei der Europäischen Zentralbank für Kopfzerbrechen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte, jüngste Preisanstiege im Bereich Energie seien „ziemlich besorgniserregend“. Ob es mit der jüngsten Zinserhöhung getan sei, müsse sich zeigen. Die EZB hatte vorige Woche zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben und viele ihrer Inflationsprognosen nach oben korrigiert. Dies befeuerte am Markt Spekulationen auf weitere Zinsschritte.

APA/Reuters