
Der Preis für europäisches Erdgas ist am Montag wegen Angebotssorgen durch Lieferausfälle aus den Fördergebieten am Persischen Golf deutlich gestiegen. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat sprang an der Börse in Amsterdam im frühen Handel mehr als fünf Prozent nach oben und erreichte bei 83,75 Euro je Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit Ende 2022.
Am Markt sorgen sich die Anleger vor einer anhaltenden Unterbrechung der Lieferungen von Flüssigerdgas aus dem Nahen Osten wegen der Blockade der Straße von Hormuz. Ein ursprünglich für den heutigen Montag geplantes Treffen zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten zur Lage in der für den Transport von Energierohstoffen wichtigen Meerenge wurde verschoben.
„Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben“, teilte der omanische Außenminister Badr al-Busaidi am späten Sonntagabend auf der Plattform X mit. Berichten zufolge war ursprünglich geplant, dass bei dem Treffen der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormuz vorstellen wollten. Ansonsten sind auch die Ölpreise zu Beginn der Woche kräftig gestiegen, nachdem Saudi-Arabien infolge von Drohnenangriffen eine wichtige Rohöl-Pipeline geschlossen hatte.
Gaspreis hat sich heuer bereits fast verdreifacht
Der europäische Gaspreis hat sich in diesem Jahr bereits fast verdreifacht, da beim Iran-Krieg und den damit verbundenen Einschränkungen bei den Lieferungen von Energierohstoffen weiterhin kein Ende in Sicht ist. Überdies stehen europäische Länder, darunter auch Deutschland, unter Zeitdruck, die ungewöhnlich niedrigen Füllstände der Gasspeicher vor dem Wintereinbruch wieder aufzufüllen. Experten gehen davon aus, dass der Wettbewerb um Lieferungen während der Heizperiode härter ausfallen könnte, sollten die weltweiten Lieferströme weiterhin knapp bleiben.
Die Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) nach Westeuropa hatten zwar Anfang September zugenommen, wie aus Schiffsverfolgungsdaten hervorgeht, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg ausgewertet wurden. In der vergangenen Woche seien die Lieferungen aber wieder gesunken, während sich gleichzeitig die Befüllung der Gasspeicher verlangsamt habe.
Österreichs Gasspeicher zu knapp 67 Prozent gefüllt
In Österreich sind die Gasspeicher derzeit zu knapp 67 Prozent gefüllt, die Speicherkapazitäten sind aber verhältnismäßig groß. Vor einem Jahr waren die Speicher auch hierzulande bereits besser gefüllt. Der österreichische Jahresverbrauch liegt bei rund 75 bis 80 TWh. Der österreichische Jahresverbrauch liegt bei rund 75 bis 80 TWh. Der Füllstand entspricht etwa 67,1 Terawattstunden (TWh), allerdings ist das Gas nicht automatisch für Österreich bestimmt.
Die von der Republik angelegte strategische Gasreserve macht 20 TWh des eingelagerten Gases aus. Etwas mehr als 30 TWh sind von ausländischen Speicherkunden eingelagert, zeigen Daten der E-Control.
APA/dpa-AFX



