Ostregion: Stromnetz wird ausgebaut

15. September 2026

Energie. Neue Leitungen, Rückbau bestehender Trassen und ein neues Umspannwerk in Parndorf: APG und Netz Burgenland planen die Netzverstärkung Ost, Baustart ab 2030 geplant.

Im Nordburgenland und im angrenzenden Niederösterreich steht ein umfangreicher Umbau des Stromnetzes bevor. Austrian Power Grid (APG) und Netz Burgenland planen mit der Netzverstärkung Ost eine neue 380-kV-Verbindung. Rund 75 Kilometer Trassenneubau sind zwischen Trumau (NÖ) und Zurndorf vorgesehen.


Gleichzeitig sollen bestehende Leitungen zurückgebaut werden. Den rund 75 Kilometern Neubau stehen rund 70 Kilometer Rückbau gegenüber. Auf weiteren 16 Kilometern einer bestehenden Leitung soll ein leistungsfähigeres Carbonseil aufgelegt werden. Bei der Planung sollen bestehende Freileitungskorridore möglichst weitgehend genutzt werden. Abschnittsweise soll die künftige Trasse auch von Wohngebieten abrücken.


Nach Angaben der Projektbetreiber soll die Netzverstärkung Ost die Ost-West-Transportkapazitäten erhöhen. Dadurch soll Strom aus erneuerbaren Energiequellen aus dem Osten österreichweit transportiert werden können. Das Projekt ist Teil des Integrierten Österreichischen Netzinfrastrukturplans.
Ein zentrales Element ist das geplante Umspannwerk Parndorf. Dieses soll zwischen dem bestehenden Umspannwerk Sarasdorf und Zurndorf gebaut werden. Das Umspannwerk in Zurndorf soll bestehen bleiben. Für den Neubau in der Nähe des Outlet-Centers wird viel Platz benötigt. In einer ersten Ausbaustufe sei eine Verdoppelung der Übertragungskapazitäten geplant. Die Anlage werde ungefähr die Größe des Umspannwerks in Zurndorf haben.


Altes Stromnetz


Das bestehende Stromleitungsnetz zwischen Wien und dem Nordburgenland stammt teilweise aus den 1960er-Jahren und ist an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Zwischen Sarasdorf bei Bruck an der Leitha und Zurndorf sollen bestehende Leitungen erneuert und verstärkt werden.


Ein weiterer Grund für die Netzverstärkung ist laut APG-Programmleiter Stefan Pölzlbauer das Bevölkerungswachstum in der Region und der gestiegene Energieverbrauch. Weitere Argumente für den Bau sind die Elektrifizierung von Wirtschaft und Industrie sowie der Transport von überschüssiger Windenergie und Strom aus PV-Anlagen.


Bevor gebaut werden kann, muss das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchlaufen, die Einreichung dafür ist für Ende kommenden Jahres geplant. Die Bauphase soll ab 2030 beginnen, die Inbetriebnahme ist ab Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen. Als Fertigstellungstermin wird derzeit 2035 angepeilt.


Vor dem Genehmigungsverfahren wollen die Projektbetreiber die Bevölkerung bei zwölf Infomessen über die Planungen informieren. Den Auftakt macht am 14. September eine Veranstaltung in Nickelsdorf für Zurndorf und Nickelsdorf. Danach folgen Termine anderem in Neusiedl am See, Parndorf, Bruck an der Leitha, Trumau, Himberg und Ebergassing. Die letzte Veranstaltung findet am 1. Oktober in Gramatneusiedl statt.

Kurier