
Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kostete zuletzt 97,74 US-Dollar (84,10 Euro), das war ein Plus von knapp 0,8 Prozent im Vergleich zum Vortag. Am Ölmarkt warten Händler auf die Details zu einem Abkommen zwischen dem Iran und Oman zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz.
Zugleich sorgt eine starke chinesische Nachfrage für eine weitere Verknappung des Ölangebots. Der Preis für Nordseeöl ist aktuell nicht mehr weit entfernt von der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Bereits in der Vorwoche waren die Ölpreise kräftig gestiegen, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach einer Phase relativer Ruhe wieder verschärft hatten.
Analyst: Märkte erwarten lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten
Der Iran habe erklärt, das Abkommen mit dem Oman stehe unmittelbar bevor und solle eine vorübergehende sichere Route umfassen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Chinesische Raffinerien haben laut Bloomberg ihre Rohöleinkäufe erhöht und damit die Preise für Sorten aus Afrika, Kanada und Lateinamerika nach oben getrieben, auch wenn der Zuwachs nicht zwingend auf eine dauerhaft stärkere Nachfrage hindeutet.
„Die Märkte preisen zunehmend einen lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten ein“, schrieben Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Die Experten hoben ihre Ölpreisprognosen leicht an, da sie davon ausgehen, dass die Störungen in der Schifffahrt bis ins Jahr 2027 anhalten. „Die Risiken für unsere Preisprognose sind weiterhin deutlich nach oben gerichtet.“
APA/dpa-AFX




