
In der Euro-Zone deutet sich ein Inflationsschub an: Sowohl in der zweitgrößten Volkswirtschaft Frankreich als auch in der Nummer vier Spanien legten die Verbraucherpreise im August deutlich zu. In Frankreich verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 2,4 Prozent im Juli, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte.
In Spanien kletterte die Inflationsrate sogar von 3,9 auf 4,5 Prozent, wie das Statistikamt INE in Madrid mitteilte. Die Werte beider Länder werden nach einheitlichen europäischen Standards berechnet.
Spritpreise treiben Inflation
„Es sind vor allem die Benzinpreise, die den Inflationsdruck in diesem Monat antreiben“, sagte der Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann. Das spanische Wirtschaftsministerium machte dafür die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten verantwortlich. Die Straße von Hormus – über die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird – ist faktisch gesperrt.
Dadurch könnte das im Mai erreichte Jahreshoch bei der Inflation von 3,2 Prozent in der Euro-Zone übertroffen werden. Bantleon-Experte Hartmann rechnet mit einem Anstieg auf 3,3 Prozent, von 2,9 Prozent im Juli. Eine erste Schätzung dazu will das Statistikamt Eurostat kommende Woche veröffentlichen.
Über EZB-Ziel von 2 Prozent
Die Inflation liegt deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die einen Wert von zwei Prozent anstrebt. Sie könnte deshalb im September ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben – von 2,25 auf 2,50 Prozent. „Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern sollten“, heißt es in den diese Woche veröffentlichten Protokollen zur Juli-Zinssitzung der EZB. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und auf der Sitzung im Juli pausiert.
In Österreich ist die Inflation im Vormonat Juli laut Statistik Austria auf 2,8 Prozent gesunken. Damit war sie um 0,1 Prozentpunkte höher als in der Schnellschätzung Ende Juli erwartet, wie die Behörde am Mittwoch bekanntgab. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 3,2 Prozent. Gedämpft wurde die Teuerung von niedrigeren Lebensmittelpreisen. Seit Anfang Juli greift die von der Regierung eingeführte Mehrwertsteuersenkung auf einige Grundnahrungsmittel.
APA/Reuters



