
Die US-Regierung steht Insidern zufolge kurz vor einem Abkommen zur langfristigen Sicherung von venezolanischen Ölreserven. Ziel sei es, US-Unternehmen die Erschließung einer Gruppe von Ölfeldern zu überlassen und so die Versorgung der USA zu garantieren, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen am Donnerstag (Ortszeit). Diskutiert werde ein Pachtmodell für 17 Felder, die anschließend an US-Produzenten vergeben werden könnten.
Das Weiße Haus verwies auf das US-Energieministerium, das sich zunächst ebenso wenig äußerte wie die venezolanische Regierung. US-Energieminister Chris Wright plant dem Nachrichtenportal Axios zufolge bereits, in der kommenden Woche nach Caracas zu reisen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwägt Venezuela zudem den Austritt aus der OPEC, der Organisation erdölexportierender Länder, um die Beziehungen zu den USA weiter zu stärken.
Ein Pachtabkommen könnte Experten zufolge jedoch auf rechtliche Hürden stoßen, da die Verfassung des südamerikanischen Landes die Kernaktivitäten der Ölindustrie dem Staat vorbehält. Seit der Festnahme und Absetzung des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA im Jänner bemüht sich die Regierung in Washington um einen stabilen Fluss von venezolanischem Rohöl. Damit sollen die heimischen Raffinerien versorgt und die strategische Ölreserve der USA wieder aufgefüllt werden. Diese war nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 und dem Ausbruch des Iran-Krieges im Februar stark beansprucht worden. US-Präsident Donald Trump steht vor den Zwischenwahlen in diesem Jahr wegen steigender Benzinpreise unter Druck. Günstigere Ölimporte könnten hier für Entlastung sorgen.
APA/Reuters



