Der globale Öl-Engpass verschärft sich wieder. Wie die US-Energiebehörde EIA mitteilte, führt die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz zu einem hohen globalen Lagerabbau von 1,91 Millionen Barrel pro Tag (bpd) im Jahresschnitt. Deshalb hat die EIA ihre Brent-Preisprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich auf durchschnittlich 86,81 US-Dollar (75,23 Euro) angehoben. Allein im laufenden Quartal soll der tägliche Abbau auf 3,83 Millionen bpd klettern.
Die Marktspannungen hängen direkt mit der Straße von Hormuz zusammen. Die strategisch wichtige Meerenge ist seit dem Ausbruch des Konflikts am 28. Februar schwer passierbar. Im Juli waren im Nahen Osten durchschnittlich rund 5,5 Mio. bpd der Ölförderung stillgelegt, was über fünf Prozent des globalen Bedarfs entspricht. Zwar sorgte ein im Juni unterzeichnetes Abkommen (MOU) zwischen den USA und dem Iran kurzzeitig für Entspannung, wodurch der Brent-Preis am 2. Juli auf ein Tief von 69 Dollar sank. Neue Angriffe im Juli blockieren den Transit jedoch erneut, weshalb die EIA erst ab September mit einer schrittweisen Erholung rechnet.
EIA erwartet Entlastung im kommenden Jahr
Für das kommende Jahr 2027 stellt die EIA eine deutliche Entlastung in Aussicht. Sobald die stillgelegten Kapazitäten reaktiviert sind, soll das weltweite Angebot die Nachfrage übertreffen und den Brent-Preis im Schnitt auf 69,39 Dollar drücken.
Für Österreich bergen höhere Öl- und Produktpreise dennoch ein Risiko steigender Preise an den Tankstellen. Die heimischen Kraftstoffpreise orientieren sich maßgeblich an den europäischen Großhandelspreisen für Benzin und Diesel, die wiederum unter anderem von den globalen Rohölpreisen beeinflusst werden.
APA



