Iran-Krieg: IEA senkt erneut Prognose für Ölnachfrage

12. August 2026, Paris
Blockade von Öltransporten in der Straße von Hormuz
 - Bandar Abbas, APA/AFP

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen der durch den Iran-Krieg hohen Öl- und Treibstoffpreise mit weniger Ölnachfrage als bisher. Gleichzeitig sinken durch den Krieg und die damit anhaltende Blockade von Öltransporten durch die Straße von Hormuz die weltweiten Ölvorräte. Erst im kommenden Jahr ist nach Einschätzung der IEA-Experten wieder mit einem Anstieg der globalen Nachfrage zu rechnen.

In diesem Jahr dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel sinken und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht für August des Interessenverbands von Industriestaaten hervorgeht. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Corona-Krise. Im kommenden Jahr dürfte die tägliche Nachfrage um durchschnittlich 2,4 Mio. Barrel zulegen.

Industriestaaten greifen verstärkt auf Lagerbestände zurück

Die Folgen des Iran-Kriegs zeigen sich auch bei der Entwicklung der Ölvorräte. Weil Lieferungen durch die Straße von Hormuz ausbleiben, greifen Industriestaaten verstärkt auf ihre Lagerbestände zurück. Da der Krieg zwischen den USA und dem Iran länger dauert als zunächst erwartet, gehen die Experten der IEA davon aus, dass die weltweiten Ölvorräte deutlich schneller schrumpfen werden als ursprünglich prognostiziert.

Aus dem Monatsbericht geht allerdings auch hervor, dass sich die Produktion in den Fördergebieten am Persischen Golf weiter von dem anfänglichen Einbruch durch den Iran-Krieg erholt hat. Für Juli bezifferten die IEA-Experten den Anstieg der Fördermenge im Vergleich zum Vormonat auf durchschnittlich 23,9 Mio. Barrel pro Tag. Damit liegt die Fördermenge in der Region aber immer noch mehr als 8 Mio. Barrel unter dem Vorkriegsniveau.

Straße von Hormuz Anfang Juli faktisch gesperrt

Dagegen seien die Ölexporte aus der Region, einschließlich der Routen unter Umgehung der Straße von Hormuz, im Juli um 2,1 Mio. Barrel pro Tag auf 15 Mio. Barrel pro Tag gesunken, heißt es in dem Monatsbericht. So war die für den Ölhandel wichtige Meerenge Anfang Juli faktisch erneut gesperrt und es war zu Angriffen auf die Ölinfrastruktur sowie auf Tanker gekommen.

Zuvor waren Ölexporte aus dem Persischen Golf durch eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni wieder gestiegen. Zuletzt ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz und die regionale Energieinfrastruktur aber erneut unter Beschuss geraten. Dies hat den Preis für Rohöl und damit verbunden die Kosten für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel wieder spürbar ansteigen lassen.

APA/dpa-AFX