Burgenland Energie: Vor Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats?

31. Juli 2026

Landesholding. Johann Sereinig soll das Unternehmen im August verlassen.

In der Burgenland Energie AG, die zu 51 Prozent im Eigentum der Landesholding Burgenland steht (49 Prozent hält die Burgenland Holding AG), läuft es derzeit nicht rund. Erst vor wenigen Tagen war durch KURIER-Recherchen bekannt geworden, dass nach dem Sommer über die Zukunft von Finanzvorstand Reinhard Czerny entschieden wird. Anders als der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Stephan Sharma war Czernys Vertrag im Vorjahr vom Aufsichtsrat nicht um die üblichen fünf Jahre verlängert worden, sondern nur für ein Jahr – mit Option auf Verlängerung. Czerny sprach von einer „Spezialregelung“ und zeigte sich optimistisch, bleiben zu können.


Mittlerweile geht es beim Landesenergieversorger, der zuletzt eine Dividende von 12,2 Millionen Euro an die Landesholding abgeliefert hat, aber um eine noch viel gewichtigere Personalie.


Gewissenhafter Kontrollor


Aufsichtsratsvorsitzender Johann Sereinig soll das Unternehmen laut KURIER-Informationen im August verlassen. Warum der gebürtige Kärntner, der mehr als zwei Jahrzehnte Vorstand der Verbund AG war und davor das Kabinett von Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) geleitet hat, dem Burgenland nach mehr als sechs Jahren den Rücken kehrt, ist offen.


Wie wichtig die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden ist, erhellt ein Blick in den Corporate-Governance-Kodex der Burgenland Energie. Unter anderem hält er „insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden regelmäßig Kontakt und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens“. Wie man hört, soll Sereinig diesen Aufgaben sehr gewissenhaft nachgekommen sein.


Sereinig folgte im März 2020 Hans Peter Rucker – dieser hat sich mittlerweile auch als Geschäftsführer der Landesholding verabschiedet. Nach seiner Bestellung als Aufsichtsrat in der Hauptversammlung wurde Sereinig in der darauffolgenden Sitzung des Aufsichtsrats zum Vorsitzenden gewählt.


Wer nachfolgen könnte


Wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin des Vorsitzenden aus den Reihen des bestehenden Aufsichtsrats gewählt, könnte ein enger Vertrauter von Eigentümervertreter LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) gute Karten haben: Johannes Zink , Anwalt des Landes und des Landeshauptmannes.
Von den zwei Frauen im neunköpfigen Gremium (ohne die fünf Betriebsräte) käme wohl nur Judit Havasi , Vorstand der Vienna Insurance Group (Wr. Städtische Versicherung) in Frage. Dass Anita Malli , frühere Landesgeschäftsführerin der Grünen und nunmehrige Nachhaltigkeitsbeauftragte des ORF, Kontrollchefin des Landesenergieversorgers wird, ist auch im rot-grünen Burgenland eine allzu kühne Vorstellung.

Kurier