
Das in Zurndorf (Bezirk Neusiedl am See) geplante Wasserstoffprojekt der Burgenland Energie liegt derzeit auf Eis. Dieses sei zwar genehmigungsreif fertig entwickelt, mit der Umsetzung warte man aber auf das neue Gaswirtschaftsgesetz (GWG) des Bundes, das nach wie vor ausständig sei, erläuterte Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma am Donnerstag.
Das GWG müsse regeln, wie künftig mit der Gas-Infrastruktur umgegangen werde, meinte Sharma. Die Burgenland Energie will das in Zurndorf produzierte „grüne Gas“ nämlich in bestehende öffentliche Gaspipelines einspeisen und so zu Industrieunternehmen in ganz Österreich bringen. Auf diese Weise könne das Gasnetz, das über Jahrzehnte aufgebaut worden sei, weiter verwendet werden und müsse nicht aufgrund sinkender Erdgasmengen stillgelegt werden, argumentierte Sharma.
Einreichunterlagen fertig
Das technische Engineering und die Einreichunterlagen seien fertiggestellt. Ohne die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen könne man aber nicht in die Umsetzung gehen. Der Verbund, mit dem eine Kooperation geplant war, hat sich deshalb dazu entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, wie zuletzt der „Kurier“ berichtete.
Mit dem Wasserstoff soll die Abhängigkeit von fossilem Erdgas aus dem Ausland reduziert werden. Das „grüne Gas“ soll für energieintensive Unternehmen, die nicht vollständig auf Strom umstellen können, als Alternative angeboten werden.
Kriterien für Datencenter in Ausarbeitung
Der Wasserstoff sei auch Bestandteil der „Strategie Change“, die die Energieunabhängigkeit bis 2030 zum Ziel hat. Diesbezüglich sieht Sharma die Burgenland Energie auf einem guten Weg. Seit 2021 seien 74 Projekte mit einer Gesamtleistung von 1.167 Megawatt umgesetzt worden. Der Schwerpunkt liege dabei auf Windkraft, Photovoltaik und Speicherlösungen. Bis 2030 seien weitere Vorhaben mit 1.689 Megawatt Leistung in der Pipeline. Durch den Ausbau der Energieinfrastruktur habe sich der Unternehmenswert seit 2021 von 825 Mio. Euro auf 1,6 Mrd. Euro verdoppelt.
Zu einem möglichen Rechenzentrum in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) sagte Sharma, dass es sich um einen wichtigen Wirtschaftszweig handle, den man auch ins Burgenland holen sollte. Gemeinsam mit dem Land würden derzeit Kriterien für Datencenter erarbeitet. Eines davon werde ein geschlossener Kühlkreislauf sein. Laufende Wasserentnahmen soll es nicht geben, so Sharma.
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